Montag, 24. Juni 2002

Parfüm- Nichtkauf

Parfüm- Nichtkauf


Auf dem Weg aus dem Internet- Kaffee wurde ich von einem Netten Herrn so um die 45 angesprochen, Wo ich herkomme... (Weil ich es ihm nicht sagen wollte, Sagte ich das, was mir gerade einfiel : „Morgenröte- Rautenkranz“ (*fg ... keine Ahnung, wie ich auf den Namen komme... der erste DDR- Kosmonaut kam von da...)

Der Mann sagte : „Oh, Morgenrote, kenne ich, dahin habe ich Geschäftskontakte“ (hätte er sicher bei jedem Ortsnamen gesagt....) „können Sie ein paar neue Visitenkarten von mir nach da mitnehmen“ ... Na ja, ich hatte nichts vor, und dachte, mal sehen, was passiert... Ich bin mitgegangen. Er führte mich in sein Geschäft, einen Parfüm- Shop ... : Hunderte von bunten Flakons, die darauf warten, mit den Essenzen gefüllt zu werden.....

Große Flaschen mit – meist gelben – Duftölen...

Der Mann bot mir einen Tee an, erklärte mir, dass seine Öle „in die ganze Welt exportiert“ werden, Dass der Laden nur sein Nebengeschäft sei, dass er alles für die Gastfreundschaft tut... unauffällig gab er mir einige Öle zu riechen, fragte, was mir am besten gefällt. Die entsprechende Flasche blieb auf dem Tisch. Er zeigte mir ein großes Gästebuch, wo viele „verzweifelte“ Touristen reingeschrieben hatten, wie toll doch seine Gastfreundschaft sei.....und zeigte mir seine „Transportgefäße, fragte, ob ich lieber 150 oder 140 g haben möchte. Ich sagte ihm, ich wolle nichts kaufen. Er bot mir an, wie schön doch seine Flakons seien....

Seine „Transportgefäße“ wurden zwar immer kleiner, seine Anstrengungen, mich zu überreden aber immer größer. Es nutzte nichts, ihm zu sagen, dass ich nie im Leben 100 oder 50 Euro für Parfüm ausgeben würde...

Langsam hatte ich Angst, hier nicht wegzukommen, ohne was gekauft zu haben. Das ist sicher hier die Verkaufsstrategie....(Später konnte ich den Parfümgeruch an einigen Touristen riechen, die sich sicher irgendwo haben überreden lassen... Aber, was soll ich mit soo viel Parfüm ??? Das würde sicher so 100 Jahre reichen bei mir....

Ich saß so über eine halbe Stunde da. Der Mann blieb sehr freundlich, war aber auch sehr bestimmt... Auch ich blieb freundlich. Hatte aber langsam das Gefühl, ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, wenn ich nichts kaufe...

Zum Glück kam ein junges Ehepaar. Der Mann bot ihnen Tee an, Die Gelegenheit nutzte ich zum taktischen Rückzug...

Die armen Leute haben gaaanz sicher was gekauft.....


Sonntag, 23. Juni 2002

Animation

Animation

Natürlich gab es im Hotel auch ein Animations- Team. Junge Leute, so ca. 10 aus vielen Ländern. Immer an der gelb- blauen Kleidung zu erkennen. (Einzelne Berufsgruppen im Hotel tragen unterschiedliche Kleidung : Gärtner: orange; „Hotelservice : hellblaues Hemd, dunkle Hose ; Jeep- Fahrer: buntgestreiftes Shirt,..

Schon ab 9.30 hört man die Rufe : „Streeetsching“ , „Waaaasserbaaal“, „Waaaassergymnaaastik“...Sie bemühen sich redlich, die „bequemen Urlauber, die nur faul in der Sonne liegen (manche die ganze Woche) zum Aufstehen zu bewegen. Und abends sind sie für die Shows verantwortlich. Jeden Tag ist hier was los: (Vom Musical Hair – in einer 30 Minuten – Fassung *gggg; über Bingo; Orientalischem Abend... ) Das Programm wiederholt sich jede Woche. Hotel- Gäste, die hier nur zum „gammeln“ sind, beschweren sich darüber....

Na ja, eigentlich brauche ich keine Animatoren. Ich glaub, ich bin noch selbständig genug, um selbst für Abwechslung zu sorgen.

Samstag, 22. Juni 2002

Trinkgeld

Trinkgeld


Trinkgeld ist für alle Ägypter selbstverständlich und wird auch für die kleinsten Gefälligkeiten erwartet.

Ich fragte mal einen „Hotelreiniger“, nach dem Lift... er zeigte nach links, und hielt danach die Hand auf. Auch Abfertiger am Airport, Kofferträger, Zimmerreiniger, Türöffner... eigentlich alle, lauern darauf, ein Trinkgeld zu bekommen. Das ist hier sicher immer normal gewesen. Aber, ich glaube, wegen der vielen „unerfahrenen Touristen", die ja für reich gehalten werden, wird es stark übertrieben. Manchmal ist es eher unangenehm, (Man sollte sicherheitshalber immer ein paar 1 Pfund – Banknoten dabei haben. Damit man dann, wenn man es wirklich will – weil eine Leistung echt gut war, oder, wenn man jemanden sonst nicht los wird, etwas Geld hat. Zwei mal hatte ich kein Kleingeld. Habe da ne große Banknote – 10 oder 20 Pfund – gegeben, und mich anschließend geärgert...)

Das muß man als Deutscher erst lernen. In der Woche habe ich fast 15 € für Trinkgelder ausgegeben. Anfangs gezwungen. Am Ende freiwillig und mit Verständnis.

Das ging schon bei der Ankunft auf dem Flughafen los. Nachdem wir uns versammelt hatten, wurden wir , mit unseren Koffern in der Hand, zum ETI- Bus geführt, der 100 m vom Flugplatz entfernt stand. Plötzlich waren viele – meist „abgerissen wirkende“- da. Die uns versuchten, die Koffer aus der Hand zu nehmen, und sich nur mit deutlichen Worten davon abhalten ließen. Zwei oder 3 Männer konnte ich abwehren. Dann trat ein besonders hartnäckiger Zeitgenosse auf mich zu. Er versuchte, den Koffer, den ich hinter mir herzog, zu tragen, behauptete, der Busfahrer zu sein. Da gab ich nach. Sobald er den Koffer tragen durfte, erklärte er mir, „Tip“ haben zu wollen. Als ich sagte, noch keine Pfund zu haben, verlangte er „Euro-Schein“ *gggg ...

Ich gab ihm einen Euro. Da ließ er den Koffer mit einer Ausrede stehen. Er hatte für 10 m Koffertragen und seine Hartnäckigkeit viel Geld verdient......Ich war sauer.... aber selbst Schuld....

Ein weiteres, eher lustiges, Beispiel für die „Funktionsweise“ von Trinkgeld erhielt ich bei der Luxor- Tour.

Dafür, dass wir in einem bestimmten Hotel Mittag essen gegangen waren, erhielt unser Reiseführer ein (sicher stattliches) Trinkgeld von einem Hotel- Angestellten, in einer braunen Ledertasche....Als wir aus dem Nil- Boot ausstiegen, wurden wir von einigen „Bettelkindern“ umringt. Sie versuchten, uns billige „Souvenirs“ für viel Geld zu verkaufen. Damit wir aber nicht zu viel von ihnen belästigt wurden, versuchte ein alter, mit Kalaschnikov (geladen, mit „Zusatzmagazin“) bewaffneter Soldat, die Kinder mit einem Knüppel zu vertreiben.. Er schlug sie aber nicht, drohte nur... Für seine Hilfe erhielt er von unserem Reiseleiter ein Trinkgeld aus der braunen Ledertasche. Als unser Bus weiterfuhr, konnte ich beobachten, wie der Soldat plötzlich lachend auf die Kinder zulief und ihnen die Hand gab.. Ich glaube, er hat ihnen einen Teil seines Trinkgeldes weitergegeben....

Jeder gibt jedem Trinkgeld. Alle sind glücklich......

Freitag, 21. Juni 2002

21.06.

21.Jun
Baden und Rückflug

Vormittags ging ich an den Strand. Baden, sonnen, schnorcheln...
Um 12.00 konnte ich zum letzten mal hier Mittag essen. Mir wurde langsam bewußt, dass der schöne Urlaub zu Ende geht....
Wir wurden zum Flugplatz gebracht.
Das Flugzeug war nur zu 2/3 besetzt. Daher konnte ich mir einen Fensterplatz nehmen. Wir flogen eine Stunde über die Wüste. Berge, Sand, Berge...
Dann wurde es plötzlich "schwarz" – der Nil und die Nilschlammgebiete. Kairo sieht auch von 12 km höhe aus noch beeindruckend aus. Auch eine altägyptische Ruinenanlage konnte man aus der Luft deutlich erkennen.
Es ging weiter über das Mitte4lmeer. Dann an der Kroatischen Küste entlang. Ich sah die Inseln, die ich vor einem Jahr vom "Blaubus" aus gesehen hatte, jetzt von der anderen Seite....
Über Deutschland war ein Gewitter. Wir mußten uns anschnallen und wurden ziemlich durchgeschüttelt....
Die Landung in Leipzig war sanft... (im Gegensatz zum Hinflug, wo wir ja ziemlich "aufgeknallt" waren....

Mein bester Urlaub seit Jahren war interessant, grandios, spannend, erholsam....
Ich freue mich darauf, noch viele ähnliche Urlaube zu machen... Mal eine Nilfahrt ??, mal nach Spanien ??? nach Kenia ?? nach China ??? – es gibt noch so viel zu entdecken...

Donnerstag, 20. Juni 2002

20.Juni

20.Juni
Schnorcheln an der Giftun Insel

Vormittags, um 11 Uhr wurden wir mit einem "Sammeltaxi" abgeholt und in ein anderes Hotel gebracht.
Hir lieh ich mir Flossen und Taucherbrille aus, und ging an Bord einer großen, modernen Yacht. Wir waren so 20 bis 25 Leute an Bord.
Die Reise ging nicht weit vom Strand entfernt, an den Hotelanlagen vorbei.
Wir sahen Delphine, die neben dem Boot schwammen. Bis zu 12 in einer Gruppe. Auch "Babys" waren dabei...
Ich sah auch eine große Wasserschildkröte, die langsam an der Wasseroberfläche dahinpaddelte....
Nach 1 ½ Stunden waren wir am ersten Riff. Hier sollten wir losschnorcheln. Als ich ins Wasser ging, wurde mir doch etwas anders. Unter mir , in erst 5 oder 6 m war der "Meeresgrund" zu sehen. Ich hatte fast Höhenangst.
Also blieb ich erst einmal 15 bis 20 min. beim Boot, und sah mir von hier aus die Fische an. Erst dann schwamm ich zum Riff.
Das ganze Meer sah aus, wie ein "Riesenaquarium"... man konnte weit sehen. Überall bunte Korallen, Fische in allen Farben, Größen, Muscheln, - Ein toller Anblick.
Nach einer Stunde ging es weiter.
Wir steuerten die Insel an, kletterten mit einer zu kurzen Leiter von Bord. Am weißen Strand lagen viele Muscheln, Korallenreste... Aber man durfte nichts mitnehmen. Das wird hier sehr hart bestraft – Naturschutzgebiet.... Auch einen großen Einsiedlerkrebs sah ich....
Nach einer Stunde ging es zum zweiten Tauchplatz. Hier gab es weniger Korallen, aber andere Arten. Weniger Fische , aber viel größere. (der größte Fisch, den ich sah, hatte einen "Durchmesser" von 80 cm. bis 1 m.
Es gab karpfengroße Fische, die in vielen Farben leuchteten.
Gegen Abend waren wir zurück...
Der Tag alleine war sicher den ganzen Urlaub wert. Ich werde noch oft an das Schnorcheln zurückdenken.

Mittwoch, 19. Juni 2002

19.06.

19.Juni
Wüstensafari

Wir wurden mittags abgeholt. Auf uns warteten insgesamt 12 Jeeps. Natürlich Allrad. Weil ich alleine war, hatte ich das Glück, auf dem Beifahreresitz mitfahren zu dürfen. Die Leute, die hinten" auf Querbänken saßen, hatten da kaum Möglichkeiten, sich bei der folgenden, zum Teil sehr wilden fahrt, festzuhalten. Eigentlich sollte/wollte der Fahrer bei jedem Huckel "Achtung" rufen... Und ich wollte ihn dabei unterstützen. Aber für uns war es viel lustiger, die Leute hinten durch den Jeep fliegen zu lassen, und ihnen dann bei der Landung ein fröhliches "Achtung !!!" zuzurufen.
Am nächsten Hotel stiegen, neben anderen Gästen auch 2 wilde Kamera- Leute zu. Sie filmten die ganze Tour aus den Autos. Nur mit einem Bein im Jeep, mit den Knien festgeklemmt, hingen sie zum Teil kopfüber aus den Autos.....
Nach einer kleinen Pause , wegen "Radpanne" an einem Jeep, ging es schnell in die Wüste. Wir hatten eine Strecke von ca. 50 km vor uns. Über Treibsand, Geröll, Hügel hoch und runter, über natürliche Sprungschanzen... ging die Fahrt.
Der erste Halt war eine Fata Morgana. Die ist immer da zu sehen. Man sagte uns, so etwas kann man nicht fotografieren. Ich tat es trotzdem. Die "Luftspiegelung" ist auf dem Foto gut zu sehen.
Danach ging es weiter zu einem Berg, den wir erklettern konnten. Er war zwar steil, aber es war doch recht gut zu schaffen. Auf der anderen Seite war viel Sand angeweht. Hier konnten wir runtergehen, laufen, rutschen... Die meisten schafften es auch. Eine Frau, die sich nicht richtig traute, aber auch nicht helfen ließ, wurde von unseren "einheimischen Fahrern" belächelt...
Dann kamen wir zu den Beduinen. Eine Gruppe von 23 Leuten (und 15 Kamelen), die in 6 Familien leben.
Beduinen haben keine Schul- und Armeepflicht. Sie sind meist auch nicht registriert.
Wir sahen hier das Brotbacken, die Wasserstelle (23 m tief; nur eine kleine, salzhaltige Wasserpfütze – hiervon trinken nur die Kamele.
Wie finden Beduinen Wasser ??? Kamele 14 Tage nichts zu trinken geben, wo sie dann stehen bleiben, ist das Wasser etwas näher....
Wir durften auch Kamel reiten. Na ja, das Aufrichten des Kamels ist schon ziemlich wackelig....
Ein Essen im Beduinenzelt , Wasserpfeife- rauchen, "Tanz der Beduinen" waren die weiteren Attraktionen.
Von einem Berg aus konnten wir den Sonnenuntergang beobachten.
Bei Dunkelheit ging es nach Hause.
Sicher der Tag mit der meisten Action.

Dienstag, 18. Juni 2002

18.06.

18.Juni
Am Strand, baden, einkaufen

...Eigentlich mal ein "normaler Urlaubstag".. Ich ging schon am Morgan an den Strand, tauchte und badete. Nach dem anstrengenden Vortag war nur "Ausruhen" angesagt. Na ja, so zwischendurch mal den einen oder anderen "ruhigen" Tag. Warum eigentlich nicht....
Aber auf die Dauer wäre das sicher nichts für mich... Es gibt hier Leute, die 2 Wochen lang nur am Strand liegen, sich braten..(zwar toll braun werden, aber, kann man das nicht auch zu Hause im Sonnenstudio??)
Ich war dann noch in der Stadt spazieren, im Internet- Kaffee, Und ich war ein paar Souvenirs einkaufen.

Montag, 17. Juni 2002

17.06.


17.Juni
Luxor


Die Fahrt nach Luxor und ins Tal der Könige war sicher der Ausflug mit den meisten Eindrücken.
Einer meiner Träume wurde wahr. Endlich konnte ich einige der interessantesten historischen Anlagen in der Wirklichkeit sehen. Über das Tal der Könige , die Grabräubereien in den Pharaonengräbern, über Tut Anch Amun; über die Wandbilder, die Statuen ... hatte ich schon viel gelesen, Bilder gesehen... Aber die Wirklichkeit ist doch anders. Vor einigen Wochen war ich im Ägyptischen Museum in Charlottenburg. Na ja, das war nicht so beeindruckend , wie ich gedacht hatte. Da waren auch nur wenige , meist kleine , Statuen und Nofretete ausgestellt. (Jetzt weiß ich, dass sie Nefritity = die schönste Frau geheißen hat.)..Hier gibt es viele Souvenirs mit ihrer bekannten "Büste" – im Gegensatz zu den deutschen "Kopien" wird sie hier aber in voller Schönheit, mit vollständigen Ohren und beiden Augen, dargestellt.

Anreise
Bereits um 5 Uhr wurde ich geweckt. Es ging zum Frühstück, das wie immer gut und ausreichend war.
In der Hotelhalle versammelten sich um 5.45 Uhr viele Leute. Aber, wie auch die anderen Ausflüge, war die Reise gut und übersichtlich organisiert. Unser – gut deutsch sprechender Reiseleiter, der immer eine E.T.I.- Tafel mit sich führte, damit wir ihn nicht übersehen konnten, führte uns zum Bus Nr. 3. ... Immer, wenn wir uns treffen sollten, schallte von nun ab sein Ruf "ETI, Bus Nummer drei !!!!" deutlich hörbar durch die Gegend....
Zuerst fuhren wir zur "Bussammelstelle". Seit einem Anschlag, über den ich später noch berichten werde, dürfen Turistenbusse nur noch "In bewachter Kolonne" durch die Wüste fahren. Die Bewachung erfolgt durch Militär, das in mehreren Jeeps, bis zu den Zähnen bewaffnet, den Konvoi anführt und abschließt... Die Soldaten vermitteln den Eindruck der "Sicherheit" – stören aber nie, fallen kaum auf....
Zu unserem Konvoi gehörten 16 Busse und mehrere Kleinbusse und Jeeps, die ., meist von Hurghada aus, den Weg nach Luxor antreten wollten. Die Reise ging ca. 200 km durch die Wüste. Die Gesamtstrecke betrug je Weg 260 km....
Nachdem sich alle Fahrzeuge formiert hatten, ging die Reise richtig los. Unser Reiseleiter erzählte, um die Fahrt abzukürzen, viel über Ägypten. Über Geschichte, Besatzungen, Wirtschaft, Heiratsgewohnheiten, Sitten ....
Nach einer Stunde gab es den ersten Halt. In einem Dorf, das offensichtlich hiervon lebt, machte die Kolonne Pause. Man konnte Souvenirs kaufen, sich mit Kamel fotografieren lassen....
Die weitere Strecke war sehr interessant. Die Wüste (kahle Felsen anfangs, später viel Sand), das plötzlich auftretende Grün einer Stadt, die typisch ägyptische Stadt (alle Häuser sehen unfertig aus, viele haben kein Dach, die meisten sind im "schmutzigen Wüstengrau" aus Lehmziegeln gefertigt, viele haben auf dem Dach keinen Abschluß, damit man weitere Etagen aufbauen kann... ohne Statik, sicher der Grund, warum in Kairo manchmal fünfstöckige Häuser so einfach einstürzen....)
Nach einigen Polizeikontrollen und nach einer Fahrt am Nil entlang, erreichten wir unser erstes Ziel.

Karnak Tempel

Am Tempel wurden wir ausgeladen. Schon nach einigen Minuten waren wir bei den beeindruckenden Widder- Sphinxe (Widder = Gott Amun Re); mit Löwenkörper; Sie haben den Pharao, den er beschützt, zwischen seinen Vorderpranken.. Diese , zum Teil noch gut erhaltenen Figuren , waren in zwei Reihen aufgestellt... Gleich dahinter erhebt sich eine hohe Mauer, Ein Tempel, der nie fertig gestellt wurde. Innen, auf der Rückseite, kann man sehen, wie er gebaut wurde : Es wurde ein Berg aus Schlamm aufgeschüttet, der als Rampe genutzt werden kann.... Große Statuen, Obelisken, Mauern, Ruinen, viele Hyroglifen an den Wänden und den vielen hohen Säulen... Alles ein beeindruckendes Bild...
(Da ich das nur schlecht wiedergeben kann, habe ich ein paar Internetseiten hierzu heruntergeladen)
Um einen berühmten Skarabeus ("Eigentlich so eine Art Kakerlake" sagte mir ein Händler mal...) muß man 7 mal herumlaufen, wenn man ein Kind bekommen will (Keine der Frauen unserer Gruppe hat das probiert)
Ich habe viele Fotos gemacht. Einige Ecken der Anlage kamen mir aus Abenteuerfilmen (Indiana Jones; und so...) sehr bekannt vor.
Als ich ein paar Minuten allein spazieren ging, um ein paar Fotos zu "schießen" kam ein Araber auf mich zu , der mir geheimnisvoll zuflüsterte "Hatschepsut !!!!!" und mich in eine verlassene Ecke locken wollte... Irgendwie wirkte das leicht gruselig...Ich hab mich nicht getraut, mitzugehen... Ob ich eine spannende Story verpaßt habe ??? Oder nur den Versuch, mir ein paar Pfund "abzuluchsen" ???

Mittagessen
Nach dem Tempelbesuch ging es zum Mittagessen. Natürlich auch, wie immer "all inclusiv"...In einem Hotel , in Stadtmitte, direkt am Nil...

Nilfahrt
Nach dem Essen ging es über die Straße, in ein anderes Hotel (Hier, wie öfter mal, mußten wir durch einen Metalldetektor. Das Sicherheitsbedürfnis für die Touristen ist hier enorm hoch. Jedes Hotel hat seine eigenen Wachmannschaften, die meist auch bewaffnet sind. – Ob es Polizisten, Soldaten, Wachleute, wenn ja, aus welchem Hotel, sind , erkennt man an den großen Stoffschildern am rechten Arm. Aber das System hab ich nicht verstanden....)
Vom Hotel aus ging es an den Nil, wo bereits ein großes Motorboot auf uns wartete. Wir fuhren ca. 30 min. den Nil hoch, dann nach einer "Sumpfinsel" wieder zurück, auf die andere Nilseite. Hier wartete schon der Bus auf uns. Über die Ankunft hier, über die "Bettelkinder" und über Trinkgeld-sitten hab ich weiter unten geschrieben.

Memnonkolosse
Auf einem – gut bewachten – Parkplatz hielten wir an. Hier konnten wir die Kolosse, sicher die größten Statuen hier, fotografieren. Die hierzu gehörige Tempelanlage, die ich auf einem alten Bild noch gefunden hab, gibt es nicht mehr/ kaum noch... Ein Erdbeben soll daran Schuld sein....Ich hab die Kolosse geknipst, wie Tausende Urlauber vor mir auch....

Steinmetz
Unser Reiseleiter sagte uns, hier kann man sehen, wie die "echten" Vasen, Statuen... aus Alabaster und anderen Steinen hergestellt werden. Die Steine (ich hab mir ein paar "Steinsplitter" mitgebracht) Er zeigte uns, dass die meisten kleinen "Statuen", die angeboten werden, aus Gips oder maschinell hergestellt sind....(Aber, trotzdem sehen sie gut aus...)
Anschließend sollten wir Figuren und Vasen kaufen. Ich kaufte mir einen kleinen "echt handgemachten" Alabaster- Skarabeus. Der Kauf war – wie meist – eine Mischung aus Verkaufsgespräch, ewigem Handel (der Verkäufer und ich waren wegen der unterschiedlichen Ansichten über den Preis abwechselnd fast am heulen.... Am Ende kostete der Käfer so ca. 8 Euro... Sicher der reale Preis.
Ein Ehepaar kaufte sich 3 echt handgemachte Vasen.. für zusammen über 60 Euro....Na ja, sahen auch gut aus....
Eine andere Familie, die offensichtlich viel zu viel bezahlt hatte, bekam anschließend vom Werkstattbesitzer, nach Telefonat an unseren Reiseführer – das zu viel gezahlte Geld zurück....

Terassentempel der Königin Hatschepsut
Das ist der Tempel, wo es 1997 den Überfall der Terroristen gegeben hatte. Viele Einheimische und Touristen starben... Man erzählte uns, dass die Urlauber damals aus Hurghada mit dem Bus gekommen seien...
Nach dem Vorfall hatte es damals einen großen Einbruch der "Touristik- Industrie" gegeben. Dadurch hätten sich die Terroristen alle Sympathien in der Bevölkerung verspielt... Na ja, das ist zu verstehen, wenn man sieht, dass die meisten Ägypter auf irgendeine Art vom Tourismus zu leben scheinen.....Die Terroristen damals hätten sich in eine der Höhlen geflüchtet, in dem – vor 3000 Jahren- die Erbauer der Tempelanlage gewohnt haben, Die Militärs hätten dann eine Handgranate reingeschmissen... Unmenschlich, aber effektiv ....(Na ja, ich hab das verstanden, bin ja schließlich in Ägypten auch ein Tourist....)
Der Felsentempel an sich war ziemlich groß und mächtig. Wir haben ihn aber nur von außen gesehen....
Wir sahen auch das Haus, in dem der Entdecker von Tut Anch Amuns Grab gewohnt hat....

Tal der Könige
Weiter ging es in das berühmte Tal der Könige. Die Sonne brannte vom Himmel, es war heiß, sicher weit über 40 Grad....
Mit einer kleinen "Traktoreisenbahn" wurden wir zum Eingang des Tals der Könige gefahren. Hier, in mitten einer Wüstenlandschaft, sind über 60 (?) Gänge ins Gestein geschlagen: Die Pharaonen- Gräber...
Alle sind an Wänden und Decken mit bunten Bildern und Hyroglifen bedeckt. Das jeweilige Grab wurde angefangen zu bauen, wenn der neue Pharao eingesetzt wurde. Wenn er starb, wurde der Bau beendet. Im ersten Grab war zu erkennen, dass der Herrscher wohl zu früh gestorben war. Einige Bilder waren nicht richtig ausgemalt, gepfuscht, nur angedeutet.
Alle Gänge gehen gerade in den Berg hinein. Nur eins nicht. Bei Rhamses III mußte man einen Knick nach rechts machen. Beim Buddeln seiner Grabhöhle war man auf ein anderes Pharaonengrab gestoßen. Das , von seinem Vorgänger und Bruder.....
Unser Führer erzählte uns viele Geschichten. Über Pharaonen, Götter, Grabräuber, Tut Anch Amun (das einzige Grab , das noch "gefüllt" gefunden worden war), über der "Fluch der Pharaonen" (der eigentlich aus Pilzsporen oder Bakterien bestand)
Von einem Steinhaufen neben dem Grab Rhamses III nahm ich mir ein paar Steine mit. Einer davon hat "Bearbeitungsspuren".
Ob das die Baumeister vor 3500 Jahren waren ???
Oder die Grabräuber vor 3000 Jahren ???
oder die Archäologen, die vor 100 Jahren das Grab wiederentdeckt haben ????
Oder nur die Leute, die die Anlagen für Touristen hergerichtet haben ????

Papyros- Herstellung
Wie schon bei den "Steinmetzen" wurde uns auch hier erklärt, wie man das "historische ägyptische Gewerbe" richtig ausführt. Nun weiß ich, dass man vom Papyrosstengel zum Papyros wenigstens 2 Wochen braucht. (7 Tage einweichen, 7 Tage pressen )...
Es waren hunderte schöne Papyros- Zeichnungen ausgestellt. Ich kaufte mir ein schönes, mit viel Goldfarbe hergestelltes Bild....

Rückfahrt
Zuerst versammelten sich die 16 Busse und Kleinbusse in einer Nebenstraße in Luxor. Um genau 18.00 Uhr hörte die Stadt auf, sich zu bewegen. Alle Straßen, die der Konvoi befahren sollte, wurden gesperrt... dann setzte sich die Kolonne in Bewegung.
Wir sahen auf dem Rückweg den Film " 4 Hochzeiten und ein Todesfall" im Bord- TV... na ja, der "Fluch der Mumie" wäre sicher passender gewesen.....
Gegen 22.00 Uhr waren wir wieder zu Hause.
Es war ein langer, aber schöner Tag...

Sonntag, 16. Juni 2002

16.06.


16.Juni
Relaxen und Ortsspaziergang

Aufstehen, Frühstück, Kaffee, Rührei.... Sonnenbrand, knallrote Füße (Sonnenallergie) ... Also, an den Strand gehen konnte ich heute nicht. Die Sonne ist hier stärker. Trotz Schutzfaktor 12 und trotz "After Sun" danach: überall brennt und pikt es (in der Woche habe ich 2 Flaschen Sonnenöl verbraucht, aber eigentlich hatte ich immer irgendwo einen Sonnenbrand. Ohne Mütze – Ökobank sei Dank – ging ich keine Minute aus dem Hotel.)
Na ja, nach dem Frühstück bin ich in der Ortschaft rumgelaufen. Der Ort besteht eigentlich aus einem kleinen "alten Fischerort" und 40 Hotels. Überall werden noch Hotels (so 20) gebaut. Grün ist es nur da, wo die Hotelanlagen stehen. Die Palmen, Blumen (Hibiskus – bis 1,80 m hoch), Kakteen.... werden sicher jeden Tag gegossen. Regen soll es in Hurghada nur ein mal im Jahr geben.....
Am Hotel war ich in einem Geschäft. Hab mich nach Souvenirs umgesehen. Natürlich hat der Händler erst einen viel zu hohen Preis angeboten. Ich mußte ein bißchen handeln. Es macht aber Spass. Man muß sich aber damit abfinden, dass man hier kaum aus einem Geschäft geht, ohne etwas gekauft zu haben. (Wie das aussehen kann, hab ich unten beschrieben : meine Erlebnisse in einem Parfümgeschäft.)
Hurghada hat in Hotelnähe nur eine Strasse. Eine Straßenseite hat Hotelanlagen, die am Meer liegen. Wie das SIVA Grand Beach, in dem ich wohnte. Auch auf der anderen Seite sind Hotels. Meist mit größeren Poolanlagen. Auch sie haben Strandzugang. Aber man muß über die Straße, in andere Hotels gehen... Das ist- wegen Wetter und wegen des "wilden ägyptischen Verkehrs" eher störend. Hinter den "dem Strand abgewandten Hotels" beginnt die Wüste. Ich sah hier ein Rudel verwilderter Hunde rumrennen, ein paar "abgerissene Ägypter" und Sand, Steine, Sand, Sand, Steine......

Samstag, 15. Juni 2002

15.06.


15.Juni
Baden und Tauchen am Strand

Schon um 6 Uhr war ich wieder wach. Ich ging sofort zum Strand. Hier gab es ausreichend Liegen. Einige waren schon um diese Zeit mit Handtüchern "belegt"... Auch ich legte mich erst einmal für einige Zeit in die Sonne, ging am Strand (Sandstrand, aber aufgeschüttet, früher gab es hier , kann sein, mal eine Korallenbank...)
Kleine Krabben (nur 1 cm lang), gaanz kleine Einsiedlerkrebse (o,5 bis 1 cm) , silbrig glitzernde Fischschwärme... hier gibt es überall Leben.
Nach einem ausreichenden und gutem Frühstück ging ich an den Strand. Lesen, Sonnenbräunen, baden, schnorcheln....
Zwischendurch, gegen 11.00 Uhr war E.T.I – Begrüßungs- Ansprache. Wir wurden mit den "Verhältnissen in Ägypten" (Sonnenschutz !!!!!- immer Brille, Mütze, Sonnencreme tragen!!!!; "Trinkgeld" ; "was kann man hier machen??", "Ärztliche Hilfe" – "schmeißt Eure deutschen Durchfall- Mittel weg; hier gibt es keine deutschen Bakterien...") vertraut gemacht.
Wenige Meter vom Strand entfernt, in 1,50 m Wassertiefe gibt es einige kleine Korallen, silberne Fische, Fische mit roten Streifen, einen Anemonenfisch in einer Anemone, einige meterlange "Aale" (wie sie wirklich heißen steht im Fische- Führer...), blaue kleine Fische, Seeigel..... und direkt am Ufer, in nur 50 cm tiefem Wasser gibt es kleine "Löcher" . Hier leben kleine, grün/blaue Fische, zusammen mit kleinen Krebsen. Die Krebse halten die Höhlen offen.. kommen alle paar Minuten mit den Zangen voller Sand nach oben. Die Fisch bewachen die Krebse dabei. (Symbiose , wie bei den Anemonen- Fischen ???)
Trotzdem ich mich gut eingecremt hatte, war der Sonnenbrand auf dem Rücken und die Sonnenallergie auf den Füßen grandios. Ich unterhielt mich am Strand gut mit jemanden, der hier schon 14 Tage war, kurz vor der Abreise stand. Er konnte mir einiges erklären. Aber vieles (Das Schiffswrack – "Ja, wenn Du mich fragst, liegt das Schiff schon die 14 Tage hier" ; Ebbe und Flut... ) hatte er noch nicht mitbekommen.
Gegen 18.00 Uhr verließ ich den Strand. Ging noch gut essen, schaute mir die Hotelanlage an, machte Fotos (Daniels Kamera ist gut, aber man muß sich erst daran gewöhnen...), buchte die Reisen für die folgenden Tage....
Auch im "Internet- Center" war ich. Schön, dass man auch hier problemlos ins Netz kommt. Man muß sich nur an die ungewohnte englische Tastatur, die außerdem kaum erkennbar ist, weil arabische Schriftzeichen aufgemalt /gedruckt sind, gewöhnen. Die Stunde Net kostet 5 Pfund – also kurz über 1 €.
Bei Dunkelheit, nach 21.00 legte ich mich noch etwas an den Strand. Der Sternenhimmel hier ist anders... Es war ruhig, nicht mehr so heiß... genug Zeit, um die ersten 2 Tage zu überdenken und sich auf die folgenden tage zu freuen......

Freitag, 14. Juni 2002

Ägyptenurlaub 2002


Mein Urlaub vom 14.Juni 2002 bis 21.Juni 2002
Ägypten
Hurghada
Tag – 14.Juni

Anreise
Um 21 Uhr sollte der Flieger gehen. Ich war sehr aufgeregt, denn seit vielen Jahren bin ich nicht mehr geflogen. Ehrlich gesagt, ich hatte Angst davor, Flugangst zu bekommen.(etwas dumm, oder ????)...war darum nervös.
Um 17.09 fuhr ich mit dem fast leeren "Flugplatzbus" vom Hallmarkt ab. Beim Bahnhof Halle Hbf. gab es ein Problem. Hier war eine Baustelle. Für den Durchgangsverkehr waren ein paar Parkplätze gesperrt. Aber ein PKW hatte diese Sperrung ignoriert. Daher konnte der Bus über 20 min. nicht weiterfahren. Polizei wurde geholt, der Bus versuchte , rückwärts zu manövrieren, ich glaub, ein Abschlepper war unterwegs... Zum Glück kam dann der PKW- Fahrer doch, wir konnten weiter.
Ich hatte viel Zeit... 19.30 wurde der Flug aufgerufen , alles verlief normal. Ich bekam den Gangplatz in der letzten Reihe (Raucher...). Direkt am Klo. In der ersten Zeit haben die ungewöhnlichen "Spühlgeräusche" doch gestört... Immer dachte ich, wir würden gerade ein Teil verlieren....
Über Bosnien hatten wir einen unruhigen Flug. Aber, das kenne ich ja, In Bosnien sind die Wege zum Teil recht schlecht......
Der Flug dauerte 4 ½ Stunden, wir flogen 800 km/h Ich konnte Athen und Kairo bei Nacht sehen. Auch der Anflug auf Hurghada und die Landung waren schön.
Flugangst hab ich nicht gehabt.
Die Abfertigung in Ägypten war problemlos. Das Visum kostete 25 €. ("Euro" = "Teuro"... Utzi erzählte, im Vorjahr hätte sie nur 40 DM zahlen müssen)
Wir wurden zum Hotel befördert, mit einem klimatisierten Bus. Auch nachts ist Hurghada recht warm...
Das Hotel ist modern, sauber, klimatisiert. Die Junior- Sweat (Nummer 474), in der ich untergebracht war, ist ein Traum.
Nach der Zahlung der obligatorischen Trinkgelds, erhielt ich meinen Koffer aufs Zimmer gebracht.
Es war nach 3 Uhr Ortszeit, bis ich im Bett lag.