12.06.05 - 4. Tag - Sonntag
Fahrt nach Luxor
..wir legten uns sehr früh hin, um ausgeruht in den Ausflug zu gehen... Leider klappte das nicht. Als Erstes hörte man sehr lautes "Discogedröhn" vom Nebenhotel. Hier machten die Animateure für die dort urlaubenden Russen mächtig Krach. Bis um 11 Uhr. Dann gab es "romantitscheskaja musika"...Auch nicht viel besser. Aber leiser. Parallel dazu war von der Strandbar ewig das Getrommele der dortigen Folkloregruppe zu hören. Danach war ich so aufgekratzt, dass mich sogar der Kühlschrank störte. Dann gab es vom Nebenraum Krach: die Urlauberin reiste ab. Um Mitternacht begannen die Reiniger, die Bude zu säubern. Um Mitternacht stand ich auf, machte die Tür auf und brüllte "ruhe!!!!" Das half nicht viel, aber es beruhigte. Jedenfalls: mir ging es schlecht, ich wollte die Reise absagen..... Trotzdem: ein paar Minuten Schlaf hatte ich sicher. Darum gingen wir nach dem Wecken doch zum "Frühfrühstück" und stiegen in den Bus.
Die Fahrt ging erst zum Grand Makadi (sieht gut aus, die Anlage. Soll auch wirklich gut sein, wenn auch noch zum Teil im Bau..), danach zur Bussammelstelle. Für die Fahrt durch die Wüste fanden sich zwischen 60 und 70 Busse zusammen. Um 7 Uhr ging die Sammelfahrt - gut bewacht von Soldaten- los. Wir fuhren ca. 280 km. Davon ca. 200 km durch die Wüste. Die Wüste ist hier meist eine Steinwüste mit Bergen. Vereinzelt stehen Bäume am Straßenrand. Keine Ahnung, wovon die leben....
Wir sahen Einheimische mit Ziegenherden und ein paar Beduinen mit Kamelen. Die hausen in der Nähe des Zwischenstop- Ortes. Ich denke, sie leben von den Trinkgeldern, die sie für das Fotografieren ihrer Kamele erbetteln. Einen weit "einträglicheren Job" haben die Klobesitzer: Zweimal je Tag landen hier die vielen Busse. Hunderte Urlauber müssen mal. Und zahlen jeweils 1 Euro dafür... Die Leute müssen stinkreich werden ... im wahrsten Sinne des Wortes.
Die letzten 80 km gingen an einem Nilnebenfluß entlang. Wir sahen viele Einheimische, hunderte Esel (auf der Rückfahrt hab ich eine Weile gezählt. Bei ca. 200 bin ich eingeschlafen.), Kamele, an allen Brücken Männer mit Gewehren, badende Kinder im Fluss, typische ägyptische Häuser.....
Unser Reiseführer erzählte viel über das Land, die Sitten hier, über die Geschichte usw. Es war der selbe Reiseleiter, den ich auch schon vor 3 Jahren hatte. Damals hat er mehr und interessanter erzählt. Kann sein, er war nicht "gut drauf" . Oder: ständig das Selbe zu erzählen stumpft doch etwas ab....
Die Besichtigung begann im Tal der Könige
Gleich nach Ankunft wurden wir von Souvenierhändlern bedrängt. Als wir diese überwunden hatten, wurden wir mit einer "schienenlosen Eisenbahn" ins Tal gefahren. Hier war es schon am Vormittag sicher über 40 Grad heiß. Die weißen Kalksteinberge und die Windstille trugen dazu bei, dass die Hitze fast unerträglich wurde. Wir alle hatten leichte Probleme mit dem Kreislauf...
Im Tal gibt es 62 bekannte Gräber (einschließlich der kleinen Gruben, die sicher nur als "Abfallsammelstelle" von den Gräberbauern angelegt worden sind und der "Tiergräber".)
Von der Grabanlagen kann man einige besichtigen. Leider nicht KV 5 (Ramses II Söhne), KV 7 (Ramses II). Diese hätte ich gerne gesehen.
Nach einer kurzen Einweisung konnten wir 3 Gräber genauer besichtigen.
Wir schauten uns KV 8 (Merenptah), KV 16 (Ramses I), und KV 4 (Ramses IX) an.
Die Gräber von Ramses III ,IV und noch eins (weiß nicht mehr welches, damals hatte ich ja kaum Ahnung... Ich denke Setos I - KV 17)..hatte ich ja schon vor 3 Jahren gesehen....
- Bei Ramses I beeindrucken die Farben in der Grabkammer. Es ist sonst sehr klein und in den Gängen nicht bemalt.
- Merenptah ist ein Sohn vom "großen" Ramses II. Da er schon alt war, als seine Regierungszeit begann, ließ er nach tollen Reliefen im Anfangsbereich die übrige Anlage "einfacher" ausführen. (Oder er war da schon tot und sein Nachfolger wollte schnell mit dem Grab fertig werden...) Im Grab sind Teile zweier Sarkophage.
- Ramses IX. hat vieles nicht vollenden lassen können . Hier sind Teile nur als "Skizzen" an den Wänden. Sehr interessant....
Auf dem Rückweg kaufte ich noch schnell 3 Figuren für 4 Euro (der Verkäufer wollte von 300 Pfund über 3 Pfund, über 20 Euro... alles mögliche, Er klebte an mir wie ne Fliege..) Wäre mir nicht so heiß gewesen, hätte ich ihn sicher auf 3 Eus runterhandeln können....
Zurück im Bus gab es erst einmal Wasser. (Gut, wir hatten jeder 2 Liter Wasser dabei. Aber die reichten heute nicht aus. Insgesamt hab ich an dem Tag fast 4 Liter getrunken...)
Bei der Weiterfahrt sahen wir auch das Haus von Howard Carter
Wir mußten uns nun einen Steinbearbeitungs- Betrieb ansehen, und sollten auch Alabaster- Figuren und so kaufen. Vieles ist Handarbeit und daher auch sehr teuer. Es wurde uns gezeigt, wie die Leute das angeblich herstellen. Viel interessanter für mich waren die gegenüberliegenden Privatgräber, die man sicher auch hätte besichtigen können.... Mich störten die Kinder, "Bewacher", "Steinarbeiter", die uns alle anbettelten. Ich denke: Touristen sind hier nur zum Abzocken da.
Nun ging die Fahrt zum Hatschepsut- Tempel (Deir el-Bahari)
den wir auch besuchen durften. Er sieht sehr gut aus- von außen. Polen hatten hier sehr lange rekonstruiert. Aber fast alles, was ich sah, war "Neubau". Die wirklich bedeutenden Sachen (Punt- Expedition) haben wir leider nicht gefunden....Na ja: aber von außen ist der Tempel schon sehr beeindruckend... Und wenn man die "Klamotten" sieht, die von den beiden nebenliegenden Tempeln übrig sind: alle Hochachtung....
Es war so heiß, dass wir froh waren, wieder am Bus zu sein.
Die Fahrt ging nun zum Nil, wo wir ein Boot bestiegen und auf die andere Seite übersetzten. Am Ostufer liegen überall Kreuzfahrtschiffe. Man kann vom Fluß aus auch den Luxor- Tempel sehen.
Nun gab es in einem Hotel (gleich neben dem bekannten Isis- Hotel) Mittagessen. Danach fuhren wir- vorbei am Luxor-Tempel, am Museum, an vielen Pferdekutschen, zum Karnak- Tempel.
Unser Führer, der unsere Gruppe am Vormittag schon als die "Pharaonen" benannt hatte, zeigte und erklärte uns einiges am Tempel. Er erklärte, wie Kartuschen aufgebaut sind, wie und von wem der Tempel gebaut wurde und vieles mehr.... Schade, dass man das wegen der großen Hitze nicht genießen konnte.
Nach der Erklärung ging ich noch schnell durch einige Ecken um zu fotografieren. Wäre es nicht fast 50 Grad heiß gewesen, wäre ich sicher viel länger unterwegs gewesen. So waren wir froh, wieder im klimatisierten Bus zu sitzen.
Nun mußten wir uns noch schnell eine Papyrus- Werkstatt ansehen (viele schöne Motive, alle handgemalt, aber sehr teuer....)
Dann ging es endlich nach Hause. Es gab wieder einen Zwischenstop im selben Ort. Die Busse jagten sich gegenseitig durch die Wüste... sehr spät am Abend waren wir wieder da. (Natürlich konnten wir noch Abendessen)... Danach waren wir aber froh, ins Bett zu kommen...
Der Tag war sehr anstrengend. Aber auf jeden Fall auch superinteressant....
Klar, von der letzten Reise kante ich die Tour schon. Trotzdem: Ich hab vieles Neues gesehen. Auch, wenn es recht stressig und heiß war: Mir hat es toll gefallen. Und ich glaube, meine Freundin auch....
Ach ja: der ETI-Reiseleiter sagte: "Wenn der Urlaub vorbei ist, werden Sie sicher fast alles vergessen, was ich Ihnen erklärt habe. Aber vergessen Sie nicht, dass Sie hier einen Tag in Ägypten Pharaonen waren....."