29.01.07 –
5. Tag -
Reise - nach Assuan, Feluckenfahrt, Nubisches Museum
Bereits um 6.30 ging es los. Ich mußte um 5.15 Uhr aufstehen, frühstücken, Tresor leeren, auschecken (80 Pfund für Getränke). Dann wartete ich auf den Bus, der mich holen sollte. Der kam auch pünktlich. Aber die Überraschung: ich war alleine im Bus, nur ich wollte von Luxor nach Assuan zum Isis. Wir fuhren erst zum Sammelplatz. Hier standen schon einige andere Busse. Der Konvoi, der zum Schutz der Touristen sein soll, begann um 7.00 Uhr. Die Strecke nach Assuan beträgt 280 km. Zwischendurch, nach ca. einer Stunde, gab es einen Stop. Hier konnte man überteuert aufs Stehklo, sich von Händlern bedrängen lassen usw. – Ich brauchte das nicht. Um 10.30 Uhr waren wir in Assuan. Hier ist der Nil sehr interessant, es gibt hier viele kleine Inseln. Vor Assuan ist auch der 1. Katerakt, der lange Zeit die natürliche Grenze im alten Ägypten bildete. Hier gibt es auch den berühmten Nasser- Hochstaudamm, den ich am nächsten Tag sehen würde.
Aber erst einmal wollte ich ins Hotel. Das Isis-Hotel Assuan liegt auf der Isis- Insel. Dorthin pendeln ständig kleine und große Motorboote. Das Hotel ist neuer, schöner, größer und durch die Insellage auch interessanter als das Isis Luxor. Es war sicher seine 5 Sterne wert. Ich hatte ein großes Zimmer im Seitentrakt, so eine Art Bungalow, nahe am großen Pool, mit Blick auf den Nil – auf das Old Katarakt- Hotel, auf die Insel Elephantine.. Toll !!! – Leider war ich nur 2 Nächte hier. (Wobei: Luxor war doch auch ein schönes Hotel..)Kaum angekommen, meldete sich Alltours schon bei mir und ich buchte dort für den nächsten Tag eine Tour (teuer !! aber: ich war auch alleine mit dem „Führer“ und dem Fahrer.)Um 13 Uhr fuhr ich mit dem Boot nach Assuan und nahm dort gleich eine öffentliche Fähre (davon gibt e 2 – die Überfahrt ist für die Einheimischen kostenlos. Als Tourist gibt man 1 Pfund Trinkgeld, oder so..) zur Insel Elephantine. Dort gibt es eine große altägyptische Anlage (siehe 31.1.) und ein nubisches Dorf. Ich wollte zu den Tempeln, hatte dafür aber die falsche Fähre erwischt. Darum irrte ich fast eine Stunde durch das Dorf. Es ist sehr ärmlich. Man weiß nicht, wo Wege sind, die Weiterführen und wo man nur zu Hauseingängen kommt. Es gibt scheinbar kein Abwasser, keine Müllsammlung, die Häuser sind aus Nilschlammziegel und sehen daher meist – bis auf ein paar am Rand, die Für Touristen hergerichtet sind, sehr unsauber (dunkelgrau, staubig, unansehnlich, fast verfallen) aus. Vor den Häusern sitzen meist schwarz gekleidete Frauen. Ich wurde von Kindern angebettelt (das einzige mal in der Woche), Haustiere laufen zwischen den Häusern herum.Irgendwie war ich froh, wieder an einer Fähre (die andere, die näher an der historischen Anlage ist) war.
In Assuan lief ich erst einmal zum Nubischen Museum. Aber das hatte noch bis 17 Uhr zu. Also schaute ich mir die sehr große koptische Kirche an (in Assuan scheint es viele Kopten zu geben. Man erkannt koptische Frauen daran, dass sie keinen Schleier tragen. Und Männer haben keine „Rosine“). Die Kirche war eine Mischung aus Markt und Betstätte. Vor der Tür gab es eine riesige Weihnachtskrippe mit vielen unterschiedlichen Figuren.
Nach dem Kirchbesuch lief ich eine halbe Stunde am Fluß herum – dort, wo die vielen Nilkreuzer stehen. Ständig wurde ich auf „Feluckenfahrt“ angesprochen. Dabei fand ich die beste Methode, um den ständigen hartnäckigen Gesprächen aus dem Weg zu gehen: „I did it yesterday.“ (ich hab das gestern gemacht.) Wenn man das sagt, wissen die Feluckenfahrer, Taxilenker, Kaleschenkutscher, dass sie sicher kein Geschäft machen können. Sie verabschieden sich dann fast immer sofort freundlich. „la schukran“ (nein danke) dagegen ist häufiger kein Grund, die Leistungen weiter anzubieten.
Trotzdem: warum sollte ich denn keine Feluckenfahrt machen ??? – Ich einigte mich mit einem der freundlicher aussehenden „Kapitäne“ auf eine Stunde, für 5 Euro. Es ist toll, alleine in der Sonne mit einer großen Felucke auf dem zu fahren. Der Bootsführer erklärt gerne die Inseln, alles Interessante, läßt einen selbst mal lenken (geht schwer – sehr großes Ruder, großes Segel, starker Wind). Und dass es bei Fahrtabschluß die selben Nachverhandlungen, wie bei Kutschfahrten gibt, sollte man erst mal vergessen. (Ich erspare es mir hier.. am Ende hab ich für 1 ½ Stunden wieder 12 Eus gezahlt. Das scheint „das Normale“ zu sein.)
Da es inzwischen 17 Uhr war, ging ich ins Nubische Museum. Hier ist die Entwicklung der Gegend von der Urzeit bis heute dargestellt. Es gibt gute Vordynastische Funde, sehr viele tolle altägyptische Funde (klar, mit dem Nassersee wurde ja vieles überschwemmt. Da konnte/mußte man sicher vorher extrem viel bergen. ) Ich hab hier –als einziges Museum- offiziell (ohne Blitz) fotografieren dürfen. Daher hab ich ein paar Mumienbilder machen können....Es wird auch die Entwicklung der letzten Jahre, Szenen aus nubischen Dörfern (na ja: ziemlich schöngefärbt), Der Bau der 2 Staudämme usw. gezeigt.Als ich aus dem Museum kam, war es längst 19 Uhr, dunkel und ziemlich kalt. Ich fuhr darum wieder zum Hotel. So einen Nachtfahrt im unbeleuchteten Boot den dunklen Nil hoch... auch das ist interessant. Im Hotel gab es leckeres Abendbrot....Der erste Tag in Assuan war gut verlaufen.