Mittwoch, 4. Juni 2008
(Keine Ahnung, ob es Leser gibt....)
Heute (am 04.06.08) Habe ich meinen Block angefangen. Ich möchte hier über meine Urlaubserlebnisse in Ägypten, Tunesien, der Türkei, in Mexiko... berichten.
Mal sehen, wie lange es dauert, das alles zu erstellen..
Wer Fehler findet, darf sie behalten.
Wem meine Seite nicht gefällt, der kann gerne auf eine Andere gehen.
Wer aber meine Berichte lesen möchte: Schaut links auf die Jahres/Monats/ und Datumsanzeige.
Ich versuche, ales chronologisch zu erstellen.
Sonntag, 6. April 2008
06. April
06. April
Rückreise
Heute war unser Urlaub leider schon zu Ende. Bis zum Mittag waren wir wieder Baden. Zu dieser Zeit hatten wir unsere Koffer schon fast gepackt. Um 14.30 sollten wir vom Hotel abgeholt werden. Der Bus hatte aber eine halbe Stunde Verspätung, was man den anderen Fahrgästen im Bus anmerkte. Das Paar, das hinter uns saß, war ständig am Meckern. Besonders, als es dem Busfahrer längere Zeit nicht gelingen wollte, sein Fahrzeug aus der sehr engen Zufahrt rückwärts heraus zu manövrieren.
Ca. 2 ½ Stunden vor dem geplanten Abflug waren wir am Flugplatz in Cancun.
Hier gab es vor dem Abfertigungsschalter die längste Schlange, die ich je an einem Flughafen gesehen habe. Leider mußten wir uns hinten anstellen und sehr lange warten. Daher bekamen wir auch beim Rückflug keinen Fensterplatz mehr.
Das Flugzeug hatte nur wenig Verspätung. Der Rückflug dauerte nur ca. 9 Stunden, durch die Zeitverschiebung aber von Sonntag, 18.40 Uhr bis Montag ca. 12 Uhr.
Die Zeitumrechnung war nicht leicht zu durchschauen. Deutschland und Mexiko hatten zu unterschiedlichen Tagen die Sommerzeit eingeführt, außerdem gab es ja die 7 Stunden Zeitverschiebung..(glaube ich..)
Beim Losflug sah man links die Sonne untergehen. In der Nacht zuckten Blitze in den Wolken, sehr schnell (ich hatte ca. 2 Stunden geschlafen, vorher einen Film gesehen und gegessen) ging rechts die Sonne wieder auf.
Nach der Landung bekamen wir überraschend schnell unser Gepäck und konnten völlig ohne Kontrolle den Flugplatz verlassen.
Die Rückfahrt von Düsseldorf nach Halle war etwas ulkig: Ob das daher kam, weil wir müde waren: jedenfalls sah ich den Mann, der uns auf dem Flugplatz sehr scharf musterte und dann schnell loslief und dabei seinen Koffer unbewacht stehen ließ, als Bedrohung an. (Aber sicher war kein Dynamit in seinem Koffer..) . Als dann auch im Zug hinter uns ein Mann saß, der alle Mitreisenden mit Predigten darüber, dass er eine Supernova sei und dass alle ihn verfolgen, aber er die Erlösung ist,...nervte, waren wir ziemlich irritiert...
In Magdeburg verabschiedete ich mich von meiner Freundin.
Wir Beide hatten eine tolle Zeit verlebt, einen Traumurlaub.
Insgesamt war der Urlaub ja recht teuer – Jeder von uns hat so um 2000 € für diese zwei Wochen ausgegeben, aber die Zeit hat sich gelohnt. Wir haben eine neue Kultur kennen gelernt, einen neuen Kontinent, haben spannende Sachen erlebt, uns am Strand erholt und keine Minute bereut.
Freitag, 4. April 2008
04. April
04. April
X-Caret
Xcaret (sprich: Ischkare) ist eine Stelle, wo Süßwasser ins Meer trifft. Hier gibt es Cenoten, einen Strand und auch alte Mayabauwerke (Wir haben auf der Reise sehr viel Mayaruinen gesehen: 4 Städte auf der Anfangstour, Tulum, Ruinen in Playa und Xcaret und „Gebäude“ in Tulum auf der Fahrt zum Flugplatz).
Hier wurde eine Art „Vergnügungspark“ in den Urwald gebaut, wo z.B. abends täglich eine große Show mit dem historischen „Ballspiel“ stattfindet. Hier kann man z.B. auch durch einen 300 m langen unterirdischen Fluß (der aber meist künstlich ist,) schwimmen. Darauf verzichteten wir, weil das sicher nur ein müder Abklatsch zum gestrigen Cenotenschnorcheln sein konnte..
Gegen 8 Uhr frühstückten wir und fuhren für 12 $ mit der Taxe zum Park (der Bus hätte jedem 8 $ gekostet).
Im Park landeten wir zuerst in einem riesigen Souvenirhaus, wo es aber auch Aquarien gab und 2 Brutkästen, wo man kleine Vögel (eine Art Seeschwalben) beim Schlüpfen beobachten konnte.
Dann gingen wir zum Orchideenhaus, wo es hunderte Arten von Orchideen und anderen, auf Bäumen lebende Pflanzen gab. Wir sahen tolle Bromelien und viele der Pflanzen, die wir in den letzten tagen auf den Urwaldbäumen gesehen hatten.
Danach ging es in ein Gewächshaus, wo eßbare (in weiß und rosa) Pilze gezüchtet wurden.
Dann liefen wir viele 100 Meter durch den Urwald, der sicher künstlich angelegt war. Viele der Pflanzen waren beschriftet. Leider nur in spanisch und englisch.
Wir landeten bei einer „Paradies- Flußfahrt“. Mit einem Floß ging es einen Urwaldfluß entlang, durch Höhlen, vorbei an hunderten Fischen, an Gehegen mit einheimischen Tieren....
Danach sahen wir runde Fischzuchtbecken. Es gab ein großes Gehege mit vielen Flamingos und gelangten zum riesigen Meerwasseraquarium. In großen Becken konnte man all die Fische beobachten, die wir am Vortag „erschnorchelt“ hatten. Es gab schöne Korallen, Seesterne, Seeigel.... man konnte schon neidisch werden.
Nach einigem Suchen kamen wir zu den Meeresschildkröten. In 3 oder 4 großen Becken waren insgesamt weit über hundert 4 Monate alte Schildkrötenbabys ansehen, die durch das Wasser paddelten. Gleich daneben ist ein großes Naturbecken, das sicher Verbindung zum Meer hat. Hier leben ca. 40 ausgewachsene Schildkröten der unterschiedlichen Arten. Viele waren über 1,50 m lang. Man sagte uns, dass sie 14 Jahre alt sind.
Alleine dieser Anblick war den Besuch wert.
Weiter ging es , vorbei an einem (oder 2 , wir haben nur einen gesehen) Manati = Seekuh. Wir landeten am Meer, wo in abgesperrten Bereichen ca. 15 Delphine gehalten werden. Mit 6 von diesen Tieren konnten die Besucher (für sehr viel Geld, ich glaube 120 $) gemeinsam baden und schwimmen. Die übrigen Delphine waren in 5 anderen, ziemlich kleinen Becken abgesperrt. Einer von ihnen, der sich sicher langweilte, schlug öfter mit seiner Schwanzflosse auf das Wasser, machte Rückenschwimmen.. Er machte seine eigene Show.
Nachdem wir die Delphine einiger Zeit in der prallen Sonne beobachtet hatten, war eine Pause nötig. Weil im Park aber Getränke und Essen sehr teuer waren, hatten wir nur etwas Wasser dabei. Sicher war das mit ein Grund dafür, dass Sabine einige Kreislaufprobleme hatte. Aber sie hielt gut durch.
Wir besuchten noch eine Höhle, wo wir nach 100 Metern an der Wand viele Fledermäuse sahen. Sahen Pumas auf der „Insel der Jaguare“ und durchliefen einen ein paar hundert Meter langen , natürlichen Tunnel. Wir landeten in einem nachgebauten Mayadorf (meist Verkaufstände) und gleich danach bei der Schmetterlingsanlage. Hier konnte man durch Fenster beobachten, wie Schmetterlinge vom Ei über Raupe, Puppe bis zum fertigen Insekt entstehen. Am Ende der Fensterreihe sah man frisch geschlüpfte große, blaue Schmetterlinge.
Es gab auch eine riesige, mit Netzen abgedeckte Halle, wo hunderte bunte Schmetterlinge zwischen Bäumen und Blumen herumflatterten. Schmetterlinge flogen in Schwärmen an uns vorbei, umflatterten uns in vielen Farben....
Wir besuchten auch einen nachgebauten „Ballspielplatz“, wo man Modelle der wichtigsten Mayastädte sehen konnte, das Theater, wo abends die Vorführungen stattfinden....
Als letztes wollten wir den großen sich drehenden Fahrstuhl-Aussichtsturm besuchen. Wir hatten Glück. Die Bedienung wartete auf uns, um das Teil in Bewegung zu setzen. Wir hatten von dort einen guten Überblick über Urwald, das Meer und den Park.
Beim Rückweg zum Eingang fanden wir noch eine Aufzuchtstation für Papageien. Hier gab es über 150 Papageien in 2 Arten (was will man mit so vielen Papageien im Park ?), aber auch viele andere bunte Papageiarten. Es gab auch eine Aufzuchtstation, wo man hinter Scheiben frisch geschlüpfte, nackte Babys, und Jungtiere aller Größen und Entwicklungsstufen sehen konnte.
Der Park hat insgesamt sicher weit über 250 Papageien, die z.T. für Fotos durch den Park getragen werden. Scheinbar sind die Flügel aller Vögel beschnitten, denn alle saßen unangekettet da.
Nach 15 Uhr verließen wir den Park. Wir waren völlig überhitzt und ausgetrocknet. Darum waren wir froh, für 15 $ (Warum ist die Rückfahrt teurer?) mit dem Taxi zurück zum Hotel zu kommen, wo wir viel tranken, aßen und badeten.
Donnerstag, 3. April 2008
03. April
03. April
Jungle Crossing – Nohoch -Schnorcheltour
Wir hatten eine Jeepsafari gebucht, mit Cenotenschnorcheln, Besuch eines Mayadorfes und Schnorcheln im Meer.
Das klingt doch erst einmal harmlos, nach Jeepsafari mit „Besichtigung“ und „etwas im Wasser rumplatschen“ und darauf waren wir vorbereitet.
Die erste Überraschung war, dass wir an unserem Hotel nicht wie alle Urlauber, die eine Tour vorhatten, mit einem klimatisierten Bus abgeholt wurden, sondern dass ein alter Vierrad- Unimog (sicher 20 Jahre alt, mit 12 Holzplätzen auf der Ladefläche) auf uns wartete.
Wir kletterten auf die Ladefläche und los ging die Fahrt Richtung Tulum.
Als Erstes mußten wir aber unterschreiben, dass wir gesund sind und dass wir bei Unfällen nicht die Reiseleitung verklagen würden, weil alles auf eigenes Risiko passiert. Wir fuhren fast eine Stunde auf der fast offenen Ladefläche auf der Autobahn, beobachteten leicht skeptisch den Fahrerraum, wo z.B. kein Tacho funktionierte, das Lenkrad eher „provisorisch aufgesetzt“ aussah.
Aber die Fahrt war sehr sicher, nicht zu schnell und noch relativ bequem.
Nach einiger Zeit bog der Klein-LKW in den Urwald ab. Wir fuhren einen Weg entlang. Neben uns sah man nur dichten Urwald, viel Gestrüpp.
Nach einigen Kilometern fuhren wir einen Seitenweg entlang und es begann eine Fahrt über einen „alten Mayaweg“. Wir wurden nach allen Seiten gleichzeitig geschüttelt. Es gab tiefe Löcher, Steinbrocken, die überwunden werden mußten... Es ging nur im Schneckentempo voran, der Weg ist sicher wirklich nur mit Vierradantrieb zu schaffen.. Wir waren froh, als dann das „Mayadorf“ in Sicht kam, das von einer Familie rund um die Cenote Nohoch gebaut worden ist. Wir bekamen die Einweisung, dass das Wasser als Trinkwasser verwendet wird und wir uns daher weder mit Sonnenschutz noch mit Insektenmittel einreiben dürften.
Die Cenote hat eine Verbindung zum zweitlängsten Höhlensystem der Welt unter Wasser. Hier ist ein Einstieg für Höhlentaucher, die sich in der Cenote mit Sicherungsleinen orientieren können. Wir dachten, wir würden hier ein paar Meter ins Dunkle hineinschwimmen und uns den Höhlenboden und die kleinen Guppys und Mollys ansehen.
Hier ein Film über einen Ausflug mit dem selben Veranstalter (Alltournative).
So etwas haben wir auch erlebt:
Aber der Tour-Chef zeigte uns seine Taschenlampe und sagte uns, wir sollten ihm einfach folgen. Wir schwammen hinter ihm über 100 m in die überfluteten Höhlen hinein. Über uns waren überall Stalagtiden, die zum Teil fast bis zur Wasseroberfläche herab reichten. Man konnte fast Platzangst bekommen. Einmal blieb Sabine kurz zwischen den Tropfsteinen mit ihrem Schnorchel hängen und bekam Angst. Aber der Tourleiter konnte sie sofort beruhigen. Wenn man in das Wasser hinein sah, sah man unter sich Felsen, Tropfsteine, weitere „Gänge“ in Höhlen. Das Wasser war zum Teil 10 m tief. Man konnte fast Höhenangst bekommen. Immer, wenn wir in einer größeren Höhle waren, wurde halt gemacht und der Tourleiter zeigte uns besonders schöne Tropfsteine, Fledermäuse, die an den Wänden und der Decke hingen, erzählte von Knochenfunden von amerikanischen Urelefanten usw.
Als er zum Rückschwimmen aufforderte, war ich dann doch ganz glücklich.
Schön war es, als wir in der Ferne das Sonnenlicht wiedersahen.
(Später erzählte mir der Reiseleiter, er hätte natürlich uns 11 Urlauber sehr genau beobachtet und eingeschätzt, dass wir alle gut schnorcheln können. Besonders häufig schwimmt er nicht mit Urlaubern so tief in die Höhlen hinein.
Nach kurzer Pause fuhren wir zu einer zweiten Cenote, dem „Himmelstor“. Hier gibt es nur eine enge Öffnung, in die man mittels Leiter einsteigen kann. Nach 5 oder 6 Metern ist man auf einem Holzsteg, das oberhalb der Wasseroberfläche installiert ist. Hier sieht man eine ca. 30 m lange und breite Wasserfläche, in der wir jetzt schnorchelten. Durch die Höhlendecke waren Wurzeln von Urwaldbäumen gewachsen, die kurz über der Wasseroberfläche aufhörten. Unser Chef erzählte, dass man von hier aus mit Tauchen innerhalb von 15 Minuten Nohoch erreichen könnte.
Nach dem Wiederaufstieg gingen wir ins Mayadorf, wo es ein „indianisches“ Mittagessen gab.
Nach einer Pause von einer Stunde, wo wir aufgefordert waren, den Indios Souvenirs abzukaufen (was wir aber eher nicht machten), ging die Fahrt mit dem Unimog weiter zum Strand.
Dort warteten Plaste- Paddelboote auf uns, in die wir einstiegen. Trotzdem wir noch nie bzw. schon lange nicht mehr gepaddelt hatten, kamen Sabine und ich recht gut voran, auch, wenn Sabine immer mal aus dem Takt kam (Sie ist immer noch der Meinung, ich sei aus dem Takt gekommen)
Zuerst paddelten wir am Ufer entlang. Der Reiseleiter wollte mit uns Krokodile suchen. Aber wir entdeckten keine...
Dann fuhren wir mehrere 100 m auf das Meer hinaus, wo dann unsere Boote verankert wurden und wir schnorchelten im Meer los. Na ja, an Krokodile haben wir nicht gedacht.. Wir hatten ja keine gesehen.
Über dem Meerwasser gab es z.T. eine dünne Schicht von Süßwasser, weil in der Nähe die Cenoten ins Meer münden. Das führt beim Schnorcheln manchmal dazu, dass bei Vermischung des Wassers die Sicht zeitweise sehr verschwommen wird (ein Effekt, den ich aus meinem Meerwasserbecken kenne, wenn ich destilliertes Wasser nachfülle)
Aber sonst war die Sicht sehr gut. Der Seeboden war meist nur 2 oder 3 Meter entfernt, daher konnte man zwischen den Steinen viele Korallen, kleine Fische, bunte Fischschwärme (z.B. 50 kleine leuchtend blaue Fische, hundert gelbe Doktorfische..) sehen. Ich entdeckte auch eine junge Meeresschildkröte und rief die Anderen, die sich freuten, ein „turtle“ zu sehen.
Sabine schnorchelte häufig weit von mir entfernt. Jedenfalls verlor ich sie oft aus den Augen.
Wir waren sicher über 1 ½ Stunden im Meer. Unsere Boote waren lange außer Sichtweite. Aber, das war das Schnorcheln, von dem ich geträumt habe: viel zu sehen, sich im Wasser treiben lassen, Tiere beobachten, überall Neues sehen...
Nach Rückkehr an den Strand (irgendwie haben wir die Boote wiedergefunden), gab es leckeres Obst und Liegen und Hängematten am Strand zum Ausruhen.
Bald danach fuhren wir wieder nach Hause, wo wir gegen 19 Uhr Abendessen bekamen.
Neben der 4-Tages-Tour war das wohl unser schönster, erlebnisreichster Tag. Nach spät am Abend war ich in Hochstimmung, weil wir so ein tolles Abenteuer erlebt haben.
Auch von Insekten wurden wir nur selten gestochen.
Mittwoch, 2. April 2008
02. April
02. April
wieder Strandtag
Weil wir ja nun heute doch nichts vorhatten, machten wir noch einen Strandtag. (insgesamt haben wir von den 14 Urlaubstagen 6 am Strand verbracht. Schön. Aber viel mehr Strandtage wären sicherlich langweilig gewesen.)
Früh um 7.30 Uhr legte ich auf 2 Liegen je ein Hemd von mir. Das war auch unbedingt nötig. Zu dieser Zeit waren schon alle Liegen am Pool und 80 % der Strandliegen „belegt“. Wann stehen denn die anderen Urlauber auf ?
Diese Reservierung ist eine doofe Unsitte. Im Nebenhotel, wo das scheinbar verboten war, sah man den ganzen Tag über die Hälfte freier Liegen.
Bis 16 Uhr blieben wir (mit Mittagspause) am Strand , dann gingen wir wieder einmal kurz in die Stadt. Wir haben nur kleine Sachen gekauft und waren zum Abendbrot wieder zu Hause...
Dienstag, 1. April 2008
01.April
01.April
Badetag und Werbung als „VIP“
Heute mußten wir wieder früh aufstehen, weil wir ja zu einem VIP- Gespräch im Viva Maya verabredet waren. Klar, ich hatte damit gerechnet, dass man uns dazu überreden wollte, dass wir uns an die VIVA-Kette binden, um hier immer wieder hier (günstig) Urlaub zu machen. Aber dass wir dazu hätten über 7200 Euro (in Raten) zahlen müssen, um dann über 15 Jahre je Urlaub ca. 500 bis 1000 Euro zu sparen, war für uns natürlich völlig inakzeptabel. Aber, wenn man vorhat, jedes Jahr zweimal je 14 Tage in Asien, Amerika... Urlaub zu machen, kann das sich sicher lohnen. Jedenfalls man hätte die Auswahl unter 4200 Hotels..
Unser Urlaub hätte je Person ca. 500 Euro weniger gekostet.
Die „Verkaufsberatung“, die natürlich für den Verkäufer erfolglos war, dauerte 2 Stunden.
(Info am Rande: Das VIVA-Hotel in der Domenikanischen Republik hat – wie viele Hotels in der Nordregion der Dom. Rep. Seit dem Herbst überhaupt keinen Strand mehr. Alles ist weggespült. Weit schlimmer als in Playa. Die Hotelbelegung dort liegt zur Zeit bei 5 %)
Erst nach dem Mittagessen gingen wir an den Strand und, weil wieder Wolken kamen, kehrten wir nach 16 Uhr in unser Zimmer zurück.
Dort erwarteten uns „Aprilscherze“ :
Kein warmes Wasser (kalt abduschen ist auch bei 30 Grad nicht wirklich schön)
Unsere „Safari“ für den 2. April war um einen Tag verschoben worden.
Meine Freundin war sauer (ich auch etwas)
Aber wir beruhigten uns bei ein paar schönen, gut gekühlten Drinks.
Montag, 31. März 2008
31.März
31. März
Tulum
Nach einem frühen Frühstück suchten wir uns eine Taxe, die uns für 5 $ zum Busbahnhof brachte. Hier kaufte ich Fahrkarten für die Fahrt nach Tulum. Es gibt mehrere Busgesellschaften, die unabhängig voneinander verkehren. Es kann also sein, dass zur selben Zeit unterschiedliche Gesellschaften zu den selben Zielen fahren.
Da mein Spanisch sehr beschränkt ist und keiner der Anwesenden deutsch oder englisch sprach, war ich gespannt, ob wir den richtigen Bus finden. Aber das war dann ganz einfach. Wir zeigten einem Busfahrer unsere Karten und trotzdem was ganz anderes am Bus stand, ließ er uns einsteigen.
Ach klar: gewöhnungsbedürftig ist auch, dass man im Reisebus für eine Strecke von einer Stunde Plätze vorreserviert bekommt. Wir saßen ganz vorne, konnten aber nur wenig hinaussehen.Dafür lief im „Bordfernsehen“ ein sehr brutaler amerikanischer „Ich schieß alles platt“- Film. Ob der den Kindern, die mit im Bus waren, auch so gefallen hat ?? Bei uns wäre solch ein Film sicher erst ab 18 zugelassen gewesen.
Nach Zwischenstops an 2 Freizeitparks (hier stiegen die meisten Kinder aus) , erreichten wir gegen 10 Uhr Tulum.
Man hatte mich vorher gewarnt : „Tulum ist sehr heiß“ . Da es eigentlich immer heiß war, hatte ich nicht besonders darauf geachtet. Aber hier war es wirklich heiß !!!
Der Weg von der Bushaltestelle bis zur Mayastadt ist relativ weit.
Am Anfang des Weges gibt es ein großes Verkaufszentrum, wo als Attraktion auch 4 Maya in volle „Volkskunstbekleidung“ sich von einer langen Stange an einem Seil, dass sie um die Beine geschlungen hatten, herabließen. Ein 5. Mann stand auf der hohen Stange und machte laute Musik. Weil wir uns das 2 Minuten ansehen, wurden wir von einem „Spendeneintreiber“ abkassiert. (Na ja, ne typische mexikanische Attraktion, die man auch mal gesehen haben muß).
Den weiteren Weg konnte man mit einer „Traktoreisenbahn“ zurücklegen. Wir liefen und waren darum schon ziemlich durchgeschwitzt, als wir am Kassenhäuschen zu Tulum ankamen.
Tulum (heißt auf Maya wohl „Mauer“) ist von einer dicken Stadtmauer umgeben, die man durch schmale Tore durchqueren kann. Die Mauer ist/war auch zum Meer hin. Keiner weiß, was der Sinn davon ist. (halt wieder mal „Mayalogik“).
Die Stadt war voll mit Besuchern. (Klar, Tulum ist schnell von der Riviera Maya mit Bus, Kleinbus, Taxi zu erreichen)Innerhalb der Stadtmauern gibt es Reste von Wohngebäuden, natürlich eine (recht unscheinbare) Cenote, viele Tempel. An manchen Tempeln kann man noch Farbreste der ursprünglichen Bemalung sehen. In einem Haus sind noch Reste von gemalten Göttern sichtbar.
Überall sieht man Leguane. Man kann daran, wer diese fotografiert, deutlich erkennen, welcher Tourist noch nicht so lange in Mexiko ist.Wir liefen über die ganze Anlage. Schön, dass die Stadt einen Strandzugang hat.
Über eine lange Treppe gelangt man zum Meer. Es war wirklich notwendig, nach 1 ½ Stunden Rundgang hier zu baden, um danach den Rückweg zu schaffen. Wir mußten getrennt baden gehen, weil es besser war, dass einer von uns auf unsere Kleidung aufpaßt.Nachdem wir einige Zeit am Strand waren, machte es sich eine mexikanische Familie neben uns bequem. Unauffällig aber stetig rückten sie immer näher, wurden immer mehr... Plötzlich hatten wir keinen Platz für uns mehr. Aber wir waren sowieso lange genug am Strand und traten darum den Rückweg an.
Im Einkaufszentrum tranken wir noch schnell einen Kaffe und gingen dann zum Bus, der uns dann auch sicher und pünktlich zurück nach Playa del Carmen brachte. Wieder lief ein wilder Film im Bordfernsehen...
Im Hotel gingen wir erst baden, dann im Strandlokal essen und tranken einen Maximilian XIII (Kaffeschnaps mit Milch und viiiel Eis)
Neben uns waren Urlauberinnen dabei, von einer Animateurin angeleitet, Step-erobik zu machen. Wie man sich bei der Hitze so stark sportlich betätigen kann, verstehe ich nicht.
Sonntag, 30. März 2008
30. März
30. März
Badetag mit Sonnenbrand
Gleich nach dem Frühstück gingen wir zum „Schwesterhotel“ dem Viva Maya. Das Hotel ist größer als unseres, hat einen größeren Garten. Aber am Strand ist durch die vielen Urlauber ein ziemliches Gedränge.
Wir waren zu einem „VIP Gespräch“ eingeladen (eigentlich wollte man uns für den 1.4. zu einer „Verkaufsveranstaltung“ einladen), aber wir bekamen ein kleines Geschenk. Danke !Danach sahen wir uns die Einkaufspassage am Viva Maya an. (Es gibt zwar viel zu kaufen, aber die Preise sind hier sehr hoch) Danach buchten wir bei unserem Reiseleiter eine Jeepsafari zum Schnorcheln.
Zurück im Hotel gingen wir auf ein paar Drinks an die Strandbar, aßen Mittag und verbrachten die restliche Zeit am Strand. Wir versuchten, die Sonne an diesem Tag zu umgehen. Unsere Liegen stellten wir in den Schatten, gingen wenig in die Sonne... Ich denke, wir haben an diesem Tag ganz schön geleuchtet.
Für den Abend hatten wir eine der 3 reservierungspflichtigen Gaststätten in der Hotelanlage gebucht. Diese Gaststätten sind zwar auch AI , müssen aber vorbestellt werden. Hier gibt es nicht die zwar gut schmeckende und ausreichende „Urlauber- All- Inklusive- Massenernährung“ sondern ein Mehrgängemenü.
Wir hatten uns für eine kleine Mexikanische Gaststätte angemeldet, in der eine tolle Atmosphäre (Urwaldgeräusche und Trommeln im Hintergrund, überall Grünzeug..) und ein Drei- Gänge- Menü gab. Ich aß Huhn mit Garnelen (und schwarzer Sauce) als Hauptgericht. Wir hätten uns viel öfter in diesen kleinen Gaststätten vorreservieren lassen sollen. Aber dazu hatten wir zu wenig Zeit (?)...
Samstag, 29. März 2008
29. März
29. März
Schnorcheln in Cozumel
Schon um 7.15 Uhr standen wir auf, um recht schnell nach Cozumel zu kommen. Nach gutem Frühstück und 30 minütigem Weg waren wir nach 9 Uhr an der Fähre. Wir buchten die Fähre für 10 Uhr und hatten daher, weil wir so zeitig da waren, gute Plätze auf dem „Schiff“.
Die Fähren verkehren hier jede Stunde. Cozumel ist eine Insel, die mit der Fähre innerhalb von einer knappen Dreiviertelstunde zu erreichen ist. Hier gibt es Hotels, natürlich auch Mayastädte und viel Urwald.
Die Insel ist bekannt dafür, dass man hier Schnorcheln kann. Und das genau hatten wir ja vor. Gleich an der Anlegestelle wurden wir angesprochen, ob wir denn eine Schnorcheltour vorhätten.
Weil wir ja nicht überprüfen konnten, ob es gute und schlechte Anbieter gibt, buchten wir gleich beim ersten, der uns ansprach. Er versuchte zwar – mit Erfolg – uns zu betrügen (angeblich hätten wir „versehentlich“ anstatt eines 5- $ - Scheins nur einen Dollar gegeben..), aber darüber sahen wir hinweg.
Wir bekamen ein „Armbändchen“ um (wohl, um nicht verloren zu gehen) und sollten auf unser Boot warten. Das kam auch gleich. Aber außer uns stieg erstmal niemand ein, was leicht irritierte. Aber bevor wir darüber ins Grübeln kommen konnten, fuhren wir schon los:
Der Bootsführer und der „Schnorchelbegleiter“ fuhren mit dem Glasbodenboot zu einer Stelle ins Hafenbecken, wo ein im Sturm vor 2 Jahren gesunkenes Schiff der Kriegsmarine liegt. Hier tummelten sich viele Fische. Dann bekam der Bootsführer einen Anruf und fuhr an den Steg zurück. Hier stieg nun ein amerikanisches Paar ein. (Der Mann konnte wegen gesundheitlichen Problemen nicht mitschnorcheln und blieb die ganze Zeit an Bord).
Dann ging es los : Vorbei an einigen Kreuzfahrtschiffen ging die Fahrt zum Schnorchelrevier. Jedenfalls bis der Bootsführer noch einen Anruf erhielt und noch einmal umdrehte, um ein Mexikanisches Ehepaar aufzunehmen. Dann endlich fuhren wir zu den 3 angekündigten Schnorchelstellen.
Hier erhielten wir Taucherbrille, Schnorchel, „Flippers“ (Flossen) und Schwimmwesten und sprangen ins Meer. Jedenfalls der Begleiter, die Amerikanerin, Sabine und ich. Es ergab sich nämlich, dass die Mexikaner (zumindest der Mann) nicht schwimmen oder schnorcheln können. Sie probierten es aus und die Frau, die ja auch eine Weste hatte, hielt sich auch recht tapfer. Der Mann mußte vom „Schnorchelleiter“ zusätzlich mit einem Rettungsring versorgt werden und wurde die ganze Zeit von ihm durch das Wasser geschoben.
Weil die Fische etwas angefüttert wurden, kamen sehr viele. Da wir ca. 15 m tiefe hatten, waren nur wenige Korallen zu sehen, was etwas schade war. Trotzdem war es interessant.
An der zweiten Schnorchelstelle konnten wir Taucher beobachten, über die wir „schwebten“, die scheinbar ihre ersten Übungsstunden bekamen. Außerdem sahen wir einen riesengroßen Fischschwarm, der tief unter uns dahinwuselte. Über ihm sah man einen großen Baracuda, der auf Jagt war....
Hier ein Film vom Schnorchelausflug
Zum Teil schnorchelten wir bei über 25 m Wassertiefe. Toll, wie problemlos das Sabine geschafft hat. Ich denke, Ihr hat der Ausflug auch Spaß gemacht. Wir sahen viele bunte Fische, ein paar Fächerkorallen, einige Steinkorallen...
Der Schnorchelausflug, bei dem wir insgesamt wenigstens 1 ½ Stunden im Wasser waren, hat sich gelohnt.
Wir werden ihn nicht so bald vergessen. Das war auch darum nicht so schnell möglich, weil wir auf dem Rücken einen riesigen Sonnenbrand bekamen. So lange unter Sonnenschein kurz unter der Wasseroberfläche: Hier nützt schon bald kein Sonnenöl mehr was. Wir Beide wurden auf dem Rücken knusprig rot.
Gegen 14 Uhr waren wir wieder im Hafen und wurden durch einen Pelikan begrüßt.Nach einem Kaffee sind wir dann noch durch die Stadt gelaufen und haben die vielen Touristengeschäfte besucht. Ich hab mir ein paar T-Shirts mit Cozumel- Motiven gekauft (3 Stück = 10 $ = 6,50 € - der Dollar ist stark gefallen. Für einen Euro bekommt man hier – umgerechnet über Peso – ca. 1,60 Dollar) Wir haben ein paar kleine Souvenirs gekauft und Sabine hat sich eine bunte „Zopfverlängerung“ machen lassen, die bis zu 4 Wochen halten sollte, aber leider schon nach 2 Tagen wieder raus war.
Um 17 Uhr sind wir wieder mit der Fähre zurück gefahren. Inzwischen hatten die Wellen zugenommen, so dass die Gischt stark über das Schiff ging. Sabine wurde seekrank, sie war froh, als wir endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatten.Auf dem Rückweg zum Hotel sahen wir neben der Straße 2 Wildschweinchen („Halsbandpekaris“) , an zwei Stellen „Riesenwildmeerschweine“ (weiß jetzt nicht, wie die heißen. Sehen aus wie eine Mischung aus großen braunen Meerschweinen und Hasen)
Überhaupt: Es gibt hier in Mexiko, wenn man gut hinsieht, viele Tiere zu bestaunen: Klar: die Leguane in Mengen, dann kleinere Echsen und Geckos (die auch im Hotel an den Wänden und Decken herumlaufen), viele bunte Vögel (von hellgelb, blau, grün bis schwarz, z.T. mit langen Schwänzen), am Strand Pelikane und Möwen....
Bald waren wir wieder im Hotel, verarzteten die Rücken mit „After- Sun- Lotion“ und ließen den Tag ausklingen.
Freitag, 28. März 2008
28. März
28. März
Badetag
Nach gutem Frühstück waren wieder am Strand. Um 10.30 trafen wir uns mit der Urlaubsbetreuung. Wie immer im Urlaub wurden uns viele mögliche Fahrten, Touren... angeboten. Besonders für eine Schnorcheltour interessierten wir uns sehr, außerdem fragten wir nach Busverbindungen, weil wir ja noch Tulum wollten, nach Fährverbindungen zur Insel Cozumel...Danach legten wir uns wieder an den Strand. Zwischendurch brachte ich – trotz hoher Wellen – Sabine das Schnorcheln bei. Schon nach kurzer Zeit war klar, dass sie mit Taucherbrille fast so gut zurecht kommt, wie ich.
Gegen 15 Uhr gaben wir unsere Handtücher wieder ab, weil der Himmel sehr wolkenverhangen war.
Nach dem Kaffeetrinken gingen wir noch einmal in die Stadt Hier kaufte Sabine eine aus Naturmaterialien hergestellte Lampe. Außerdem mußten wir ja den Busbahnhof finden. Als wir zurück wollten, fing ein starker Regen an. Im Nu war die ganze Straße unter Wasser. Wir schlüpften in einem Geschäft unter, das leider nur ein sehr kleines Angebot hatte. Dafür war ein Abwassereinfluß direkt neben der offenen Tür, der im Regen sofort anfing, mörderisch zu stinken. Schön, dass die tropischen Regen nur so kurz sind. Wir waren froh, wieder auf die Straße zu kommen und durchatmen zu können.
Nach einem guten Abendessen ging der Abend mit einem kurzen Barbesuch (es gab wirklich viele schöne Drinks, wir haben aber bei Weitem nicht alle durchprobieren können) ging der Tag zu Ende
Donnerstag, 27. März 2008
27. März
Badetag
Wir waren schon relativ früh wach und schauten an den Strand. Leider gibt es hier die Unsitte, alle Liegen schon früh mit Handtüchern o.ä. zu reservieren. Ob wir wollten oder nicht: wir haben das in den nächsten Tagen auch immer gemacht. Dazu hatte ich zwei benutzte Hemden herausgesucht, die wir über die Liegen stülpten.
Da wir das aber bisher noch nicht kannten, hatten wir am ersten Strandtag nur 2 Plätze in der letzten Liegenreihe.
Der Strand in ganz Playa del Carmen hat unter dem Sturm von vor 2 Jahren (Er heiß Wilma, denke ich) sehr gelitten. Damals wurde fast der gesamte Sand weggespült. Um die Reste zu retten, hat man lange schwarze, mit Sand gefüllte Plastesäcke an den Strand gelegt, die wie tote Wale aussehen, und von Einheimischen auch so genannt werden. Ständig versucht man, neuen Sand an den Strand zu spülen, aber die Wellen sind genau so eifrig bemüht, den Sand wieder weg zu schaffen.
In die Stadt benötigt man ca. 30 Minuten. Man sieht unterwegs einige Hotelanlagen, ein paar Mayaruinen (Playa war mal „Handelspunkt“ auf dem Weg von Cancun ins Innenland von Yukatan), hier gibt es einen Weg, der meist nur 10 m neben der Straße verläuft. Hier ist man schon fast „im Urwald“, man sieht Blattschneiderameisen, hört Vögel pfeifen, sieht Bäume mit Luftwurzeln, Lianen....
Mittwoch, 26. März 2008
26. März
26. März
Merida, Ek Balam und Playa del Carmen
Nach einem guten, sehr reichhaltigen und obstigem Frühstück Klar, Ananas, viele Sorten Melonen, Papaya und viele unbekannte Früchte... gibt es reichlich in den Hotels. Wobei: die buntesten Obstsorten schmeckten mir meist am wenigsten.
Danach machten wir eine Stadtbesichtigung in Merida. Wir sahen uns alte Bauwerke an, die von der Überheblichkeit der spanischen Eroberer kunden.
Mir gefallen alte spanische Kathedralen und Villen eher nicht. Sie wirken immer so düster, dunkel, bedrohlich. Die Mayaanlagen dagegen, aus denen sie gebaut worden sind (auch, wenn in ihnen sicher auch viele Leute ihr Leben ließen) haben was erhabenes, historisch bedeutendes an sich.Wir besuchten den Regierungspalast, die Kathedrale...
Danach gingen wir auf den Markt. Hier kaufte sich Sabine erst einmal eine sehr gute, echt mexikanische Hängematte (So ein Teil muß mindestens 1,60 bis 1,80 m breit und sehr engmaschig sein. Man schläft diagonal darin, Kann es – Tragkraft angeblich 4 Tonnen – auch zu zweit benutzen. Wie gut eine Hängematte ist, kann man anhand der Schnüren abzählen, die verwendet worden sind.. Ich weiß aber nicht mehr, wieviel Schnüre Sabines Matte hat)
Wir gingen nun über den „normalen“ Einheimischen- Markt.Hier gibt es echt frisches Fleisch, was in der Sonne hängt, Frische , aber mittags meist welke Früchte, Tausende Arten von Ersatz- und Einzelteilen, viele kleine Essenstände, wo man als Zugabe sicher Montezumas Rache bekommt....Überall herrscht ein reges Treiben..
Nun gab es das letzte gemeinsame Mittagessen unserer Reisegruppe in einem großen Freiluftrestaurant. Hier wurde uns außer dem Mittagessen Volkstanz geboten. Bunt gekleidete Mexikaner tanzten zu Tonbandmusik mit Gläsern, Flaschen und Tabletts auf dem Kopf. Das Essen war – wie immer schmackhaft. Die Getränke waren – auch wie immer auf der Reise – teuer. Nur Kaffee konnte man sich selbst kostenfrei holen.
Die Fahrt ging weiter nach Ek Balam, unserem (vorerst) letzten Mayaort.Die kleine (relativ neue) Ausgrabungsstelle hat neben einigen kleinen, bereits ausgegrabenen Gebäuden, die aber nicht so spektakulär sind (oder liegt das daran, dass wir schon 3 Städte gesehen haben ?) als Highlight eine Pyramide, die man ersteigen darf, und in deren oberen Teil sich sehr gut erhaltene Teile eines Tempels befinden. Da der Tempeleingang sehr interessant war – er ist als großes Maul eines Gottes gestaltet – mußte ich wirklich ¾ der über 110 Stufen hoch.
Hinauf ging auch wirklich sehr gut. Oben hat man einen sehr guten Ausblick auf den Urwald (man sah Rauch – sicher eine Brandrodung) , auf Berge, die aber wohl wirklich Berge und keine überwucherten Ruinen sind....Auch der Tempeleingang – man hat ihn erst vor wenigen Jahren gefunden, er ist darum noch weiß, also noch nicht durch die Luftfeuchte verfärbt – sah überwältigend aus.
Nachdem ich alles genügend bewundert hatte, begann ich meinen Abstieg.: Gesicht immer zur Treppe, langsam, schräg die hohen Stufen runter... Vorsicht, seitlich ist die Treffe irgendwann zu Ende.. also nicht zu nahe an den Abgrund kommen...
Ich bin gut unten angekommen und war froh, den Erläuterungen von Max zuhören zu können.:
Die Geschichte der Maya ist eigentlich nicht so kompliziert, wie ich gedacht hatte. Die Olmeken- Kultur wurde von den Maya abgelöst. Diese übernahmen, wie alle amerikanischen Hochkulturen, Vieles von ihren Vorgängern : einen Teil der Götter, den Bau von Tempeln und Pyramiden, den sehr genauen Kalender, die Beobachtung der Sterne, die Opferung von Gefangenen für die Götter....Sie hatten ein 20iger-Zahlensystem und kannten die Null (schon viel früher als z.B. die Europäer).
Es gab nie eine „einheitliche Mayakultur“ sondern Städte, die gegeneinander in Wettstreit standen.Die Maya bildeten viele Städte und entwickelten sich rasant weiter. Auch, wenn sie auf Rad und Eisen verzichten mußten, die vielen Ernten, die klimabedingt möglich waren, die vielen eßbaren Pflanzen (aus Amerika kommen ja Mais, Kartoffeln, Kakao und vieles mehr, was wir heute täglich benötigen) führten dazu, dass sie immer mehr wurden. Aus religiösen Gründen führten die Städte Kriege gegeneinander (wann das erfolgversprechend war, sagte die Venus, die ständig beobachtet wurde), um Gefangene zu haben, die den Göttern geopfert werden konnten.
Das war für die geopferten aber scheinbar nicht ganz so schlimm: Nur durch die Opferung (Herz herausreißen aus dem lebenden Körper) konnte man ins „richtige Paradies“ kommen.Es bildeten sich schließlich Allianzen um die „Großmächte“ Tikal und Calakmul. Als eine der Großmächte durch eine kleine „Nebenstadt“ besiegt wurde, brach das Gleichgewicht zusammen, die Kriege nahmen zu.. Zusätzlich gab es durch die ständig steigende Bevölkerung Nahrungsprobleme, da die Felder nicht mehr „ruhen“ konnten und daher unfruchtbar wurden. Als dann auch öfter mal die Regenzeit nicht richtig kam (Klimaerwärmung, das passiert der Erde ja alle paar hundert Jahre, wie gerade jetzt auch), zweifelten die „einfachen Leute“ an ihren Gottkönigen und es kam zu Aufständen. In Folge dessen wurden die meisten Städte im Laufe der Zeit verlassen. Die Maya- Hochkultur ging langsam, schleichend unter. Ihnen folgten dann die Tolteken nach , die z.B. auch wieder das fast verlassene Chichen Itza neu besiedelten und dort weiterbauten. Diese wurden dann im Prinzip (auch schleichend) von den Atzteken abgelöst, die dann von den Spaniern besiegt worden sind....
Danach ging unsere Fahrt nach Playa del Carmen, wo wir auf unser Hotel gespannt waren.Wir hatten Glück – Nach der langen Busreise, die wir die letzten Tage hinter uns gebracht hatten, waren wir gegen 18 Uhr die Ersten, die an ihrem Hotel abgesetzt wurden.Eine Superreise lag hinter uns. Wir haben sehr viel gesehen, viel über Mexiko und die Maya erfahren. Vieles gibt es sicher noch zu erzählen:
z.B. :
Die Ureinwohner machen heute noch ca. 10 % der Gesamtbevölkerung des Landes aus, sie leben meist in eigenen Orten (haben wir beim Vorbeifahren gesehen : Grundstücke mit einer „Mayahütte“, deren Umgebung regelmäßig ziemlich vermüllt ist.)
Die durchschnittlichen „Mexikaner“ haben ein fast mit den USA-Bürgern vergleichbares Einkommen, Nur ungelernte sind „arm“ . (Erzählte mir Max, Aber ich habe die Frage sicher an der falschen Stelle gestellt. Überall um uns herum waren andere Reisegruppen und Mexikaner, Max schaute mich bei seinen Erläuterungen auch sehr intensiv an und überlegte sich jede Formulierung.. Ob in unserer Nähe „Vertreter seines Unternehmens“ oder „einheimische Touristenpolizei“ war und sonst seine Antwort anders ausgefallen wäre ?)
Es gibt nur wenige Straßen durch den Urwald. Auch wir sind meist die selben Strecken mehrmals gefahren worden.
Einheimische waren immer sehr zuvorkommend, ohne Trinkgeld zu erwarten (jedenfalls, die Bettelei, die ich von Ägypten gewohnt bin, gab es hier fast nie)
Jedenfalls: Jetzt ging der Urlaub im Hotel WYNDHAM VIVA AZTECA los. Nachdem wir unser AI- Armband (über das wir als Hotelgäste im Hotel aber auch bei allen Straßenhändlern identifizierbar wurden) erhalten hatten, gingen wir auf unser Zimmer 1219 . Das Zimmer hatte leider keinen Meerblick, aber man konnte von dem kaum 40 cm breiten „Balkon“ aus in den Garten sehen, dort schon mal kleine Eidechsen springen sehen...Und in der zweiten Etage eines dreietagigen Hotels zu sein, ist sicher auch in Ordnung: Der Treppenweg ist nicht so lang, aber niemand kann von Außen ins Zimmer kommen.Im Zimmer gab es zwei Doppelbetten (wozu eigentlich in einem Zweibettzimmer ?? Wir haben nur eins gebraucht.), einen Safe, eine immer gut gefüllte Minnibar (incl.), ein schönes Bad, eine sehr leise Klimaanlage (der Krach der Klimaanlagen in den 3 Hotels bisher war doch sehr störend.) ...Wir waren rund herum zufrieden.Wir schauten uns an diesem Abend nur kurz das Hotel an und gingen dann , nach gutem Abendessen, schnell schlafen.
Dienstag, 25. März 2008
25. März
25. März
Uxmal, Kabah, Lagune Celestun, Merida
Nach dem Frühstück waren wir dann noch einmal bei Sonnenschein in Uxmal. Hier gibt es neben der „Pyramide des Zauberers“ – einer runden/ovalen Pyramide, die angeblich ein Zwerg/Zauberer innerhalb einer Nacht geschaffen hat - , viele Bauwerke in der Puuk- Bauweise. (Erdgeschoß ungeschmückt, viele Figuren, Schlangen, Vögel... ab der 1. Etage.), Viele Gebäude haben Chak – Masken auf den Wänden.
Am Eingang gibt es eine große Zisterne zu bewundern. Uxmal hat – als eine der Wenigen Städte – keine Cenoten. Wir sahen einen „Maya- Weltbaum“ . Einen Baum, der die 3 Ebenen der Mayawelt : Wurzeln/Boden - Erde – Himmel versinnbildlicht. Dieser Baum hat viele Stacheln am Stamm, damit er nicht von den Schlingpflanzen erstickt werden kann.
Wir waren danach im „Nonnenviereck“, das sicher nie eine Nonne gesehen hat. Aber die spanischen Entdecker, alte Pastors, konnten sich bei geschlossenen Gebäuden, die viele kleine Räume haben, sicher nur Nonnenzimmer vorstellen. Die Gebäude sind interessant: sie haben z.B. jeweils Türen in Primzahl- Anzahl (was für eine doofe Wortschöpfung von mir..). Sie haben reichliche Verzierungen. Auch hier sind meist Mayagötter zu sehen.
Danach gingen wir über einen von vielen Leguanen bewohnten Ballspielplatz. (kann es sein, dass die Wissenschaft was falsch sieht ?? Waren die Bewohner der alten Städte keine Maya sondern Leguane, die jetzt noch da überall rummwimmeln, also die Stadt nie verlassen haben ?)
Hinter dem Platz befindet sich die „große Pyramide“, die man ersteigen durfte/konnte, wenn man das wollte. Ich wollte das nicht. Ich habe nur 35 der 120 Stufen erklommen, dann dachte ich, dass der Rückweg über die hohen, steilen Stufen doch kompliziert sein könnte.
(Warum sind die Stufen jeweils so hoch ? – Die Mayas heute sind kam 1,50 Meter hoch. Die vor 1200 Jahren waren sicher auch nicht größer. Wie sind sie denn die 35 bis 40 cm hohen Stufen hoch gekommen ?
Von der Großen Pyramide aus konnte man viele andere, noch unter Erde und Buschwerk verborgene andere Gebäude erahnen. Die Pyramide selbst war nur zur Hälfte von Schutt, Sand und Pflanzen befreit. Von der Seite aus konnte man also gut sehen, wie die Mayaruinen bei ihrem Fund sicher alle ausgesehen haben.Wir gingen danach noch zu anderen Gebäuden. Wir sahen auch einen Opfertisch in Jaguarform, Phallus- förmige Säulen, die „Fruchtbarkeit“ symbolisieren, wir sahen bunte kleine Vögel herumfliegen....
Uxmal war einen Besuch wert !
Wir fuhren dann wenige Kilometer weiter nach Kabah. Diese Stadt, die im Umfeld von Uxmal liegt (20 km entfernt), und sicher auch mit ihr verbündet war, ist bisher nur wenig ausgegraben. Mitten durch die ehemalige Stadt verläuft eine breite Landstraße. Einige große Pyramiden kann man unter dem Schutt nur erahnen. Sie sind noch völlig unausgegraben.
Überhaupt gibt es archäologisch sicher noch sehr viel zu entdecken in Mexiko. Max erzählte mal, dass man in den letzten 10 Jahren in nur einem Bundesstaat ca. 60 Mayaortschaften gefunden hat. Da man gerade dabei ist, die Schrift zu entziffern, ist aufgefallen, dass auch sehr bedeutende Mayastädte noch nicht wiedergefunden worden sind. Man weiß nur, dass es sie gegeben haben muß, wann sie gegen wen einen Krieg verloren haben und so. Wo die Ruinen im Urwald liegen, wissen sicher nur die Grabräuber. Auch auf Satellitenaufnahmen sind die Ruinenstädte angeblich nicht entdeckbar. In Kabah gab es einen schönen „Palast“ mit einem ca. 90 Meter langem Fries, der aus Chak-Masken bestand.: Diesem rüsselnasige Regengott, den ich schon häufiger erwähnte.Um diesen zu besehen, mußten wir eine sehr steile Treppe hinaufklettern, was sich aber gelohnt hat.Auf der Rückseite des Gebäudes gab es Darstellungen der Herrscher der Stadt: fast anatomisch richtige Figuren.An Wänden findet man Reliefs und Maya- Hieroglyphen.
Ach ja: ich sollte noch erwähnen, dass alle Gebäude der Maya früher sehr farbenfroh, fast kitschig bunt, angemalt waren. (Grundfarbe der Pyramiden war wohl rot.) Das betonte Max mehrfach.
Nach der recht kurzen Besichtigung (es war ja auch nur eine kleine Anlage), bei der wir u.a. auch den „Elefantenohrenbaum“ bewundern durften, fuhren wir zum Mittag in ein Mayadorf.
Hier, in einer in typischer Mayabauweise gebauten Gaststätte, die von Maya betrieben wird, gab es typisches Mayaessen aus einem „Erdofen“ : Loch in Erde; Holzfeuer, bis es glüht; dann Topf rauf, das ganze einbuddeln, bis es gar ist...) Zum leckeren, z.T. scharfen Essen gab es einen „Kukaratscha“ = Schabe = Tequila mit Kaffeeschnaps und ?? zu trinken.
Danach fuhren wir weiter zur Lagune Celestun Schon bei der Anfahrt sahen wir über unseren Bus Pelikane fliegen. In einem „Hafen“ lagen ca. 50 Boote, die mit je 2 großen Außenbordmotoren angetrieben wurden.
Jeweils zu 6 Personen stiegen wir in die Boote ein. Und los ging eine rasante Fahrt. Zum Glück hatten wir Windjacken trotz der Hitze mitgenommen. Auch, wenn es mir aufgrund des großen Fahrtwindes erst einmal nicht gelang, den Reißverschluß zu zu machen, insgesamt hat mir die Jacke sehr genutzt.
Schon nach 5 Minuten machten wir kurz eine Pause, um uns Wasservögel anzusehen, die auf einem umgestürzten Baum saßen, Dann jagten sich die Boote noch einige Zeit weiter, bis wir überall rosane Vögel in der Ferne sahen: Wir waren da: Über 4000 Flamingos standen hier auf dem nur 30 bis 50 cm tiefen Meerwasserdelta manche flogen ein Stück, viele waren auf der Futtersuche. Wir kamen bis 30 oder 40 m an die Flamingos heran.
(Text aus dem Internet: „Der populärste Vogel im Reservat ist der rosarote Flamingo (Phoenicopterus ruber ruber).Der Flamingo ist einer der elegantesten und spektakulärsten Vögel. Sein Überleben hängt von einem äusserst fragilen Ökosystem (hochsalzhaltige Lagunen) ab. In der nördlichen Hemisphäre ist die Nord- und Westküste der Yucataán-Halbinsel der einzige Ort, wo es Flamingo-Populationen auf dem Festland gibt.
Flamingos leben in Schwärmen von mehreren Tausend Vögeln, eng beieinander in knietiefem Wasser oder schlammigen Salzebenen. Sie ernähren sich von Mikroorganismen, die sie durch einen komplexen Mechanismus in ihren grossen Schnäbeln filtern. “)
Nach etwa einer halben Stunde der Beobachtung fuhren wir weiter, vorbei an Buchten, an denen viele Vögel standen, schwammen, flogen (davon viele Pelikane). An den Ufern standen überall Mangroven. Plötzlich bogen wir in einen versteckten Wasserweg zwischen den Mangrovenbäumen ab. Eine Flußfahrt „durch den Jungle“ !... über eine weite Strecke waren auf beiden Seiten neben dem Boot zum Teil riesige, bizarre Wurzeln, die bis ins Wasser gingen. In den Bäumen Vögel, Insektennester.... (Max zeigte uns „Zwergeisvögel“ – die waren so klein, dass ich sie nicht sehen konnte)
Danach ging es zu einem Anlegeplatz, wo wir eine Stelle besichtigten, wo Süßwasser aus dem Boden kommt und als Bach/Flüßchen in die Lagune läuft. Hier im Wasser gab es viele „Vieraugenfische“ – Fisch, die unter- und überwasser gleichzeitig sehen können, irgendwo stand ein sehr seltener „Tigerreiher“
Viele Einheimische badeten im Quellwasser. Wir sind auf einem Holzweg eine kleine Runde durch den Urwald gelaufen. Danach mußte dann unser Boot, dass sich im seichten Wasser festgefahren hatte, freigemacht werden und wir konnten zurück fahren.
Weiter ging die Fahrt nach Merida. Das ist eine alte Stadt, die inzwischen fast eine Million Einwohner hat und von den Spaniern z.T. aus Resten einer alten Mayastadt erbaut worden ist (d.h.: die Mayaüberbleibsel wurden total vernichtet. Aus den Steinen hat man dann Paläste und Kirchen gebaut.
Als wir am Hauptplatz vorbeikamen, wurde es so laut, als wenn 20 Leute mit Trillerpfeifen Krach machen würden. Dieses laute Pfeifen wird von Vögeln verursacht, die sich nach Einbruch der Dunkelheit in den vielen Bäumen am Markt versammeln. (Ich hab nachgesehen: die Vögel heißen Quiscalus mexicanus -Dohlengrackel- Sie sind etwas größer als Amseln, haben längere Schwänze, die Männchen sind leuchtend blauschwarz.. und sie machen einen Riesenkrach.)
Weiter zum Hotel. Das Los Aluxes ist wohl ein 5-Sterne-Haus. Aber es ist mitten in der Innenstadt, ziemlich verbaut und wir hatten einen Ausblick ins Hinterhaus. – Eigentlich also unser schlechtestes Hotel auf der ganzen Reise, auch, wenn es die meisten Sterne hatte. Auch hier wurden wir mit einem Drink begrüßt.
Danach gingen wir in die Stadt zu Abendessen. Sabine und ich suchten uns eine kleine einheimische Wirtschaft aus, wo wir ganz gut aßen und unseren ersten „Tequila Sunrise“ tranken. Tequila selbst, das „Landesgesöff“, das aus Agaven hergestellt wird, am besten mit einem rotem Wurm in der Flasche schmecken soll, mit Salz und Zitrone getrunken wird, probierte ich nur einmal. Mir hat es nicht geschmeckt und ich verstehe den Kult um Salz und Zitrusfrucht nicht so ganz..
Auch an diesem Tag – wie so oft – gingen wir relativ früh ins Bett.
Montag, 24. März 2008
24. März
Wir wurden mit lautem Vogelgezwitscher geweckt. Der Gesang/Lärm der tropischen Vögel machte uns endgültig bewußt, daß wir in Mexiko waren.
Vom Balkon aus konnten wir in den Palmen und tropischen Gewächsen große, schlanke schwarze Vögel sehen, die sehr laut riefen. Kleine, bunte Vögel waren auch (aber leider immer nur kurz) zu sehen.
Schnell ging es zum Frühstück. Hier lernten wir einige unserer Mitreisenden kennen. Manche, die schon eine Woche hier waren, wirkten sehr gebräunt und ausgeruht, Andere, die genau wie wir gerade mit uns aus Deutschland angekommen waren, waren noch ziemlich bleich...
Nach dem guten, obsthaltigen Frühstück fuhren wir mit dem Bus los. In Valladolid parkten wir noch kurz am Marktplatz, um Geld zu tauschen.
Dann ging die Fahrt los:
Gleich als erste Station unserer Reise stand ein ganz großes Ereignis bevor:
Chichen Itza – eins der 7 neuen Weltwunder, die bekannteste Maya- Anlage in ganz Mexiko, die Pyramide des Kukuklan, die man eigentlich mit „Maya“ verbindet, der Standort von „Chac Mool“ (dieser berühmten liegenden Plastik, die wahrscheinlich ein Opfertisch ist), die heilige Cenote...
Schön, dass Max unseren ursprünglichen Plan so umgestellt hat, dass wir früh am Tage hier sein konnten: Bei unserem Eintreffen gegen 9 Uhr war es hier noch nicht so drückend voll und die vielen Busse, die in Cancun und Playa del Carmen starten, hatten Chichen noch nicht erreicht.
Wir gingen durch den „Hintereingang“ in die Anlage. Auch, wenn es noch nicht so heiß war, die starke Luftfeuchtigkeit war doch schon spürbar (die begleitete uns den ganzen Urlaub, in unserem Hotelzimmer in Playa del Carmen wurde die gesamte Wäsche klamm, Papiertaschentücher wurden feucht, Badesachen trockneten kaum...). Auf dem Weg zu den „alten Steinen“ waren viele tropische Bäume, viele Orchideen und Kakteen zu sehen.
Wir kamen an einer Mauer vorbei, einem „Stadttor“ und ließen uns erst einmal den Gesamtaufbau der Anlage erklären. Dann liefen wir in die „Alte Stadt“, den südlichen Teil der Anlage. Zuerst blieben wir in der Nähe der südlichen Cenote stehen und bewunderten die Überreste eines kleines Tempels. Eigentlich war ich etwas enttäuscht, alles sah so klein und unscheinbar aus. Sollte das schon alles sein ???
Nach längerer Erläuterung der Cenote, ging es weiter.
(Cenoten sind die „Wasserversorgung“ der Mayastädte.: Yukatan hat keine Flüsse. Dafür aber ein großes Höhlensystem, das überwiegend unter Wasser steht. An manchen Stellen sind die Höhlendecken eingestürzt und man kommt an das Wasser heran. Wie, wenn nicht durch solche „natürliche Brunnen, die immer Wasser führen“ hätten sich die vielen Maya, die in den Städten lebten, mit Wasser versorgen können ? Fast alle Mayastädte wurden bei Cenoten errichtet. Es gibt nur wenige Ortschaften, die auf Zisternen zurückgreifen mußten. Cenoten wurden z.T. auch als Opferstätte genutzt.
Es gibt auch andere Arten von Cenoten: Tiefe Wasserlöcher, die keine Verbindungen untereinander haben. Diese sind meist durch den Meteoritenabsturz vor vielen Millionen Jahren entstanden, der auch dafür verantwortlich ist, dass die Saurier ausgestorben sind. )
Nach 5 Minuten Laufweg erblickten wir die ersten „Pyramiden“. – Ja, so stellt man sich die Mayastädte vor: ca. 20 bis 50 m hohe Pyramiden, in der Mitte jeweils eine Treppe, verziert mit Masken von Göttern. Wir waren am „Grab des Großen Priesters“. (Die Bezeichnungen der Pyramide, wie fast aller Bauwerke und Statuen der Maya haben im Regelfall nichts mit ihrer tatsächlichen Bedeutung zu tun. Die Bezeichnungen entstanden vor vielen Jahren aufgrund von Sagen der Einheimischen, aufgrund der Phantasie der spanischen Entdecker oder von internationalen Archäologen, die die Städte ausgegraben haben ... Da man erst in den letzten Jahren begonnen hat, die Maya- Schrift zu entziffern, war die tatsächliche Bedeutung der „Steine“ und Gebäude lange im Dunkeln. So hat der bekannte Chak Mool nichts mit dem Regengott Chak zu tun, sondern ist ein Opferstein in Menschenform, Das „Nonnenviereck“ in Uxmal war eine Tempelanlage und bestimmt nicht der Wohnort von Nonnen usw.)
Von hier aus gingen wir zum bekannten „Observatorium“ – Ein Gebäude, dass sicher tatsächlich zur Sonnenbeobachtung genutzt wurde. In der Nähe ist ein Gebäude mit schönen Reliefen an der Wand (das „Haus der Wandmalereien“) ....
Wir gingen weiter an einem Ballspielplatz vorbei. Chichen Itza hat ca. 13 Ballspielplätze (sagt Max, in meinem Reiseführer stehen 7)
Hier sahen wir den ersten Leguan. Später haben wir nicht mehr so genau auf diese Tiere geschaut: es gibt sie in Yukatan überall. Überall, wo es Steine gibt, sitzt eine der z.T. über einen Meter langen Echsen. Manchmal gibt es „Harems“, die aus einem großen Männchen und 3 bis 5 Weibchen bestehen. Sogar am Hotel gab es Leguane, die unter einer Treppe wohnen.Wir erreichten nun den großen Platz, auf dem die eigentlichen Attraktionen der Stadt zu bewundern waren: die berühmte Pyramide des KUKUKLAN . Das ist die Pyramide, die Grund dafür ist, dass Chichen Itza „neues Weltwunder“ geworden ist. Man sieht viele Bilder von Leuten, die die Pyramide besteigen. Aber das ist seit 2 Jahren verboten. Die Pyramide ist 24 Meter hoch, hat 365 Stufen, und an einigen Teilen Verzierungen mit „Schlangenköpfen“ – dem Symbol für Kukuklan, der gefiederten Schlange.
Auf allen Bildern sieht man eine toll rekonstruierte Pyramide. Das ist aber in Wirklichkeit nicht so. Nur die 2 Seiten, die man knipst, sind vollständig hergerichtet. An den anderen 2 Seiten gibt es viele Löcher im Gestein, unvollständige Stufen, herumliegende Steine....
In der Nähe ist eine Mauer, die aus Steinschädeln besteht. Hier wurden die Köpfe der geopferten Feinde ausgestellt. (Die Mayastädte führten häufig Krieg gegeneinander, um recht viele Feinde gefangen zu nehmen. Diese wurden dann geopfert, indem man ihnen bei lebendigem Leibe das Herz herausschnitt. Durch diese Blutopfer und durch die Blutopfer der Adligen, die sich regelmäßig die Zunge oder ihr Gemächt anpieksten, wurden die Götter besänftigt.: Die Götter hatten in der „Schöpfungsgeschichte“ ihr Blut gegeben, um die Menschen zu erschaffen. Und das müssen die Menschen nun zurückzahlen.)
Ach ja: erschaffen wurden die Maya aus Mais. Darum nannten sie sich selbst auch „Maismenschen“. Es gibt einen Maisgott, der für die Unterwelt zuständig ist. – Das Maiskorn wird beerdigt und heraus sprießt neues Leben.Damit der Mais und damit das Leben gedeihen kann, braucht es Wasser. Dafür ist der Regengott Chac zuständig, der eine große Rüsselnase hat.
Ach klar:
- da gib es noch die gefiederte Schlange Kukuklan, die den Herrscher symbolisiert.
- Da gibt es noch die „Heldenzwillinge“, die im Ballspiel die Götter besiegen.
- Da gibt es die Venus, die für die Kriege zuständig ist. Darum heißen die Kriege, die zur Beschaffung von Opfern durchgeführt wurden – und teilweise von den Gegnern vorher abgesprochen waren – auch „Venuskriege“
- Da gibt es noch die Sonne, die so heilig ist, dass ihr Symbol, der Kreis, nur religiös verwendet werden darf. Darum durften die Maya keine Räder verwenden.
Und da gibt es noch viele andere Götter und Mythen, die man als Nichtmaya eigentlich nicht verstehen kann....
Wir gingen weiter zum großen Ballspielplatz. Es ist nicht klar, ob die Sieger oder die Verlierer des „Spiels“, das sicher eigentlich ein Ritual war, geopfert wurden. Weil: Sich das Herz herausreißen zu lassen, war eine große Ehre und wichtig für die Wiedergeburt. Und nur die besten, also die Spielgewinner waren für die Götter gut genug.
Darum hatten die ja auch keine Probleme mit ihren vielen Kriegen: Entweder sie gewannen und häuften durch die Gefangennahme vieler Gegner Ruhm an oder sie verloren, dann hatten sie die große Ehre, geopfert zu werden.. (Klingt etwas unlogisch? Klar. Aber wer versteht schon Mayalogik..)
Im Ballspielplatz waren auch einheimische Besuchergruppen, die dauernd in die Hände klatschten. Die Erklärung hierfür ist einfach: Sie klatschen in die Hände, weil sie keine Tiefgaragen haben. Nein: nicht, weil sie die Götter darum bitten wollen, welche zu bauen. Sondern: Yukatan ist flach, hier gibt es nichts, was ( wie Tiefgaragen- Wände) Schall reflektieren könnte. Nur die glatten Wände der Ballspielplätze und z.T. der Pyramiden reflektieren Schall. Und dieses Echo ist für die „Einheimischen“ was völlig Unbekanntes....
Nach einer Wanderung zur 300 Meter entfernten heiligen Cenote (hier haben Archäologen mal getaucht und Tausende Opfergegenstände und über 50 Skelette gefunden. Das Trinkwasser der Maya muß etwas eigenartig geschmeckt haben...) gingen wir zum Bus zurück und fuhren zum Mittagessen.
Im späten 19. Jahrhundert wurde auf der Yaxcopoil- Hazienda Sisal aus Agaven gewonnen. Auf über elftausend Hektar standen überall diese spitzblättrigen Pflanzen, die in ihrem Inneren lange Fasern haben, aus denen man Seile herstellte.
Heute hat die Sisalagave kaum noch eine wirtschaftliche Bedeutung. Statt dessen wird überall die Blaue Agave angepflanzt. Sie ist zur Herstellung von Tequila das Grundprodukt.
Die Plantage wirkt sehr heruntergekommen. Man konnte Reste von alten Gebäuden und Einrichtungsgegenständen bewundern, Man konnte alte Maschinen sehen, die zur Fasergewinnung notwendig waren... Na ja: Wir haben es gesehen und einiges über die Geschichte vor 200 Jahren gehört...
Im Garten der Anlage gab es z.B. den „Kaugummibaum“ – einen Baum mit Apfelähnlichen Früchten, aus dessen Stamm der Kautschuk gewonnen wird, aus dem die Firma Wrigley´s den Kaugummi entwickelt hat.
Bei der Hazienda liefen überall wilde mittelgroße Hunde herum, In der Nähe war ein Kinderfest, wo sich die Kleinen alle als Tiere verkleidet hatten.
Wir erreichten das Hotel Mision, wo wir die zweite Nacht verbringen würden. Unser Zimmer hatte einen tollen Blick auf die Ruinen von Uxmal. Leider war der schöne Hotelpool von wilden, lauten Amerikaner-Tenagern belagert, die doch ziemlich störten.
Aber egal.. Wir wollten ja nur kurz hier bleiben und fuhren gleich zur Ton- und Lichtshow nach Uxmal (Wird Uschmal gesprochen) .
Nach Einbruch der Dunkelheit gingen wir in die Mayastadt. Hier waren auf einer Mauer des Nonnenvierecks Stühle aufgestellt. Wir bekamen Kopfhörer, die uns das Folgende übersetzen sollten. Die Ruinen lagen wie ein großes Theater vor uns. Sie wurden abwechselnd farbig beleuchtet. Dazu wurde ein „Hörspiel“ über die Anbetung von Chac, über den Krieg von Uxmal zu Chichen Itza, der durch eine schöne Prinzessin (Schönheit ist relativ: Ich hab viele Maya- Nachfahren gesehen. Eigentlich war niemand davon „schön“.... Zum Schönheitsideal der Maya gehörte früher, dass den Kindern mittels Holzbrettern, die auf den Kopf gebunden wurden, die Schädel abgeplattet wurden oder dass die Zähne angespitzt wurden... ) ausgelöst wurde und über viele andere Mythen.
Interessant.. klar.. Aber längst nicht so beeindruckend wie die Lichtschows in Ägypten.