Donnerstag, 3. April 2008

03. April

03. April

Jungle Crossing – Nohoch -Schnorcheltour


Wir hatten eine Jeepsafari gebucht, mit Cenotenschnorcheln, Besuch eines Mayadorfes und Schnorcheln im Meer.

Das klingt doch erst einmal harmlos, nach Jeepsafari mit „Besichtigung“ und „etwas im Wasser rumplatschen“ und darauf waren wir vorbereitet.

Die erste Überraschung war, dass wir an unserem Hotel nicht wie alle Urlauber, die eine Tour vorhatten, mit einem klimatisierten Bus abgeholt wurden, sondern dass ein alter Vierrad- Unimog (sicher 20 Jahre alt, mit 12 Holzplätzen auf der Ladefläche) auf uns wartete.

Wir kletterten auf die Ladefläche und los ging die Fahrt Richtung Tulum.

Als Erstes mußten wir aber unterschreiben, dass wir gesund sind und dass wir bei Unfällen nicht die Reiseleitung verklagen würden, weil alles auf eigenes Risiko passiert. Wir fuhren fast eine Stunde auf der fast offenen Ladefläche auf der Autobahn, beobachteten leicht skeptisch den Fahrerraum, wo z.B. kein Tacho funktionierte, das Lenkrad eher „provisorisch aufgesetzt“ aussah.

Aber die Fahrt war sehr sicher, nicht zu schnell und noch relativ bequem.

Nach einiger Zeit bog der Klein-LKW in den Urwald ab. Wir fuhren einen Weg entlang. Neben uns sah man nur dichten Urwald, viel Gestrüpp.

Nach einigen Kilometern fuhren wir einen Seitenweg entlang und es begann eine Fahrt über einen „alten Mayaweg“. Wir wurden nach allen Seiten gleichzeitig geschüttelt. Es gab tiefe Löcher, Steinbrocken, die überwunden werden mußten... Es ging nur im Schneckentempo voran, der Weg ist sicher wirklich nur mit Vierradantrieb zu schaffen.. Wir waren froh, als dann das „Mayadorf“ in Sicht kam, das von einer Familie rund um die Cenote Nohoch gebaut worden ist. Wir bekamen die Einweisung, dass das Wasser als Trinkwasser verwendet wird und wir uns daher weder mit Sonnenschutz noch mit Insektenmittel einreiben dürften.

Die Cenote hat eine Verbindung zum zweitlängsten Höhlensystem der Welt unter Wasser. Hier ist ein Einstieg für Höhlentaucher, die sich in der Cenote mit Sicherungsleinen orientieren können. Wir dachten, wir würden hier ein paar Meter ins Dunkle hineinschwimmen und uns den Höhlenboden und die kleinen Guppys und Mollys ansehen.




Hier ein Film über einen Ausflug mit dem selben Veranstalter (Alltournative).

So etwas haben wir auch erlebt:







Aber der Tour-Chef zeigte uns seine Taschenlampe und sagte uns, wir sollten ihm einfach folgen. Wir schwammen hinter ihm über 100 m in die überfluteten Höhlen hinein. Über uns waren überall Stalagtiden, die zum Teil fast bis zur Wasseroberfläche herab reichten. Man konnte fast Platzangst bekommen. Einmal blieb Sabine kurz zwischen den Tropfsteinen mit ihrem Schnorchel hängen und bekam Angst. Aber der Tourleiter konnte sie sofort beruhigen. Wenn man in das Wasser hinein sah, sah man unter sich Felsen, Tropfsteine, weitere „Gänge“ in Höhlen. Das Wasser war zum Teil 10 m tief. Man konnte fast Höhenangst bekommen. Immer, wenn wir in einer größeren Höhle waren, wurde halt gemacht und der Tourleiter zeigte uns besonders schöne Tropfsteine, Fledermäuse, die an den Wänden und der Decke hingen, erzählte von Knochenfunden von amerikanischen Urelefanten usw.


Als er zum Rückschwimmen aufforderte, war ich dann doch ganz glücklich.

Schön war es, als wir in der Ferne das Sonnenlicht wiedersahen.

(Später erzählte mir der Reiseleiter, er hätte natürlich uns 11 Urlauber sehr genau beobachtet und eingeschätzt, dass wir alle gut schnorcheln können. Besonders häufig schwimmt er nicht mit Urlaubern so tief in die Höhlen hinein.

Nach kurzer Pause fuhren wir zu einer zweiten Cenote, dem „Himmelstor“. Hier gibt es nur eine enge Öffnung, in die man mittels Leiter einsteigen kann. Nach 5 oder 6 Metern ist man auf einem Holzsteg, das oberhalb der Wasseroberfläche installiert ist. Hier sieht man eine ca. 30 m lange und breite Wasserfläche, in der wir jetzt schnorchelten. Durch die Höhlendecke waren Wurzeln von Urwaldbäumen gewachsen, die kurz über der Wasseroberfläche aufhörten. Unser Chef erzählte, dass man von hier aus mit Tauchen innerhalb von 15 Minuten Nohoch erreichen könnte.

Nach dem Wiederaufstieg gingen wir ins Mayadorf, wo es ein „indianisches“ Mittagessen gab.

Nach einer Pause von einer Stunde, wo wir aufgefordert waren, den Indios Souvenirs abzukaufen (was wir aber eher nicht machten), ging die Fahrt mit dem Unimog weiter zum Strand.

Dort warteten Plaste- Paddelboote auf uns, in die wir einstiegen. Trotzdem wir noch nie bzw. schon lange nicht mehr gepaddelt hatten, kamen Sabine und ich recht gut voran, auch, wenn Sabine immer mal aus dem Takt kam (Sie ist immer noch der Meinung, ich sei aus dem Takt gekommen)

Zuerst paddelten wir am Ufer entlang. Der Reiseleiter wollte mit uns Krokodile suchen. Aber wir entdeckten keine...

Dann fuhren wir mehrere 100 m auf das Meer hinaus, wo dann unsere Boote verankert wurden und wir schnorchelten im Meer los. Na ja, an Krokodile haben wir nicht gedacht.. Wir hatten ja keine gesehen.

Über dem Meerwasser gab es z.T. eine dünne Schicht von Süßwasser, weil in der Nähe die Cenoten ins Meer münden. Das führt beim Schnorcheln manchmal dazu, dass bei Vermischung des Wassers die Sicht zeitweise sehr verschwommen wird (ein Effekt, den ich aus meinem Meerwasserbecken kenne, wenn ich destilliertes Wasser nachfülle)

Aber sonst war die Sicht sehr gut. Der Seeboden war meist nur 2 oder 3 Meter entfernt, daher konnte man zwischen den Steinen viele Korallen, kleine Fische, bunte Fischschwärme (z.B. 50 kleine leuchtend blaue Fische, hundert gelbe Doktorfische..) sehen. Ich entdeckte auch eine junge Meeresschildkröte und rief die Anderen, die sich freuten, ein „turtle“ zu sehen.

Sabine schnorchelte häufig weit von mir entfernt. Jedenfalls verlor ich sie oft aus den Augen.

Wir waren sicher über 1 ½ Stunden im Meer. Unsere Boote waren lange außer Sichtweite. Aber, das war das Schnorcheln, von dem ich geträumt habe: viel zu sehen, sich im Wasser treiben lassen, Tiere beobachten, überall Neues sehen...

Nach Rückkehr an den Strand (irgendwie haben wir die Boote wiedergefunden), gab es leckeres Obst und Liegen und Hängematten am Strand zum Ausruhen.

Bald danach fuhren wir wieder nach Hause, wo wir gegen 19 Uhr Abendessen bekamen.

Neben der 4-Tages-Tour war das wohl unser schönster, erlebnisreichster Tag. Nach spät am Abend war ich in Hochstimmung, weil wir so ein tolles Abenteuer erlebt haben.

Auch von Insekten wurden wir nur selten gestochen.