26. März
Merida, Ek Balam und Playa del Carmen
Nach einem guten, sehr reichhaltigen und obstigem Frühstück Klar, Ananas, viele Sorten Melonen, Papaya und viele unbekannte Früchte... gibt es reichlich in den Hotels. Wobei: die buntesten Obstsorten schmeckten mir meist am wenigsten.
Danach machten wir eine Stadtbesichtigung in Merida. Wir sahen uns alte Bauwerke an, die von der Überheblichkeit der spanischen Eroberer kunden.
Mir gefallen alte spanische Kathedralen und Villen eher nicht. Sie wirken immer so düster, dunkel, bedrohlich. Die Mayaanlagen dagegen, aus denen sie gebaut worden sind (auch, wenn in ihnen sicher auch viele Leute ihr Leben ließen) haben was erhabenes, historisch bedeutendes an sich.Wir besuchten den Regierungspalast, die Kathedrale...
Danach gingen wir auf den Markt. Hier kaufte sich Sabine erst einmal eine sehr gute, echt mexikanische Hängematte (So ein Teil muß mindestens 1,60 bis 1,80 m breit und sehr engmaschig sein. Man schläft diagonal darin, Kann es – Tragkraft angeblich 4 Tonnen – auch zu zweit benutzen. Wie gut eine Hängematte ist, kann man anhand der Schnüren abzählen, die verwendet worden sind.. Ich weiß aber nicht mehr, wieviel Schnüre Sabines Matte hat)
Wir gingen nun über den „normalen“ Einheimischen- Markt.Hier gibt es echt frisches Fleisch, was in der Sonne hängt, Frische , aber mittags meist welke Früchte, Tausende Arten von Ersatz- und Einzelteilen, viele kleine Essenstände, wo man als Zugabe sicher Montezumas Rache bekommt....Überall herrscht ein reges Treiben..
Nun gab es das letzte gemeinsame Mittagessen unserer Reisegruppe in einem großen Freiluftrestaurant. Hier wurde uns außer dem Mittagessen Volkstanz geboten. Bunt gekleidete Mexikaner tanzten zu Tonbandmusik mit Gläsern, Flaschen und Tabletts auf dem Kopf. Das Essen war – wie immer schmackhaft. Die Getränke waren – auch wie immer auf der Reise – teuer. Nur Kaffee konnte man sich selbst kostenfrei holen.
Die Fahrt ging weiter nach Ek Balam, unserem (vorerst) letzten Mayaort.Die kleine (relativ neue) Ausgrabungsstelle hat neben einigen kleinen, bereits ausgegrabenen Gebäuden, die aber nicht so spektakulär sind (oder liegt das daran, dass wir schon 3 Städte gesehen haben ?) als Highlight eine Pyramide, die man ersteigen darf, und in deren oberen Teil sich sehr gut erhaltene Teile eines Tempels befinden. Da der Tempeleingang sehr interessant war – er ist als großes Maul eines Gottes gestaltet – mußte ich wirklich ¾ der über 110 Stufen hoch.
Hinauf ging auch wirklich sehr gut. Oben hat man einen sehr guten Ausblick auf den Urwald (man sah Rauch – sicher eine Brandrodung) , auf Berge, die aber wohl wirklich Berge und keine überwucherten Ruinen sind....Auch der Tempeleingang – man hat ihn erst vor wenigen Jahren gefunden, er ist darum noch weiß, also noch nicht durch die Luftfeuchte verfärbt – sah überwältigend aus.
Nachdem ich alles genügend bewundert hatte, begann ich meinen Abstieg.: Gesicht immer zur Treppe, langsam, schräg die hohen Stufen runter... Vorsicht, seitlich ist die Treffe irgendwann zu Ende.. also nicht zu nahe an den Abgrund kommen...
Ich bin gut unten angekommen und war froh, den Erläuterungen von Max zuhören zu können.:
Die Geschichte der Maya ist eigentlich nicht so kompliziert, wie ich gedacht hatte. Die Olmeken- Kultur wurde von den Maya abgelöst. Diese übernahmen, wie alle amerikanischen Hochkulturen, Vieles von ihren Vorgängern : einen Teil der Götter, den Bau von Tempeln und Pyramiden, den sehr genauen Kalender, die Beobachtung der Sterne, die Opferung von Gefangenen für die Götter....Sie hatten ein 20iger-Zahlensystem und kannten die Null (schon viel früher als z.B. die Europäer).
Es gab nie eine „einheitliche Mayakultur“ sondern Städte, die gegeneinander in Wettstreit standen.Die Maya bildeten viele Städte und entwickelten sich rasant weiter. Auch, wenn sie auf Rad und Eisen verzichten mußten, die vielen Ernten, die klimabedingt möglich waren, die vielen eßbaren Pflanzen (aus Amerika kommen ja Mais, Kartoffeln, Kakao und vieles mehr, was wir heute täglich benötigen) führten dazu, dass sie immer mehr wurden. Aus religiösen Gründen führten die Städte Kriege gegeneinander (wann das erfolgversprechend war, sagte die Venus, die ständig beobachtet wurde), um Gefangene zu haben, die den Göttern geopfert werden konnten.
Das war für die geopferten aber scheinbar nicht ganz so schlimm: Nur durch die Opferung (Herz herausreißen aus dem lebenden Körper) konnte man ins „richtige Paradies“ kommen.Es bildeten sich schließlich Allianzen um die „Großmächte“ Tikal und Calakmul. Als eine der Großmächte durch eine kleine „Nebenstadt“ besiegt wurde, brach das Gleichgewicht zusammen, die Kriege nahmen zu.. Zusätzlich gab es durch die ständig steigende Bevölkerung Nahrungsprobleme, da die Felder nicht mehr „ruhen“ konnten und daher unfruchtbar wurden. Als dann auch öfter mal die Regenzeit nicht richtig kam (Klimaerwärmung, das passiert der Erde ja alle paar hundert Jahre, wie gerade jetzt auch), zweifelten die „einfachen Leute“ an ihren Gottkönigen und es kam zu Aufständen. In Folge dessen wurden die meisten Städte im Laufe der Zeit verlassen. Die Maya- Hochkultur ging langsam, schleichend unter. Ihnen folgten dann die Tolteken nach , die z.B. auch wieder das fast verlassene Chichen Itza neu besiedelten und dort weiterbauten. Diese wurden dann im Prinzip (auch schleichend) von den Atzteken abgelöst, die dann von den Spaniern besiegt worden sind....
Danach ging unsere Fahrt nach Playa del Carmen, wo wir auf unser Hotel gespannt waren.Wir hatten Glück – Nach der langen Busreise, die wir die letzten Tage hinter uns gebracht hatten, waren wir gegen 18 Uhr die Ersten, die an ihrem Hotel abgesetzt wurden.Eine Superreise lag hinter uns. Wir haben sehr viel gesehen, viel über Mexiko und die Maya erfahren. Vieles gibt es sicher noch zu erzählen:
z.B. :
Die Ureinwohner machen heute noch ca. 10 % der Gesamtbevölkerung des Landes aus, sie leben meist in eigenen Orten (haben wir beim Vorbeifahren gesehen : Grundstücke mit einer „Mayahütte“, deren Umgebung regelmäßig ziemlich vermüllt ist.)
Die durchschnittlichen „Mexikaner“ haben ein fast mit den USA-Bürgern vergleichbares Einkommen, Nur ungelernte sind „arm“ . (Erzählte mir Max, Aber ich habe die Frage sicher an der falschen Stelle gestellt. Überall um uns herum waren andere Reisegruppen und Mexikaner, Max schaute mich bei seinen Erläuterungen auch sehr intensiv an und überlegte sich jede Formulierung.. Ob in unserer Nähe „Vertreter seines Unternehmens“ oder „einheimische Touristenpolizei“ war und sonst seine Antwort anders ausgefallen wäre ?)
Es gibt nur wenige Straßen durch den Urwald. Auch wir sind meist die selben Strecken mehrmals gefahren worden.
Einheimische waren immer sehr zuvorkommend, ohne Trinkgeld zu erwarten (jedenfalls, die Bettelei, die ich von Ägypten gewohnt bin, gab es hier fast nie)
Jedenfalls: Jetzt ging der Urlaub im Hotel WYNDHAM VIVA AZTECA los. Nachdem wir unser AI- Armband (über das wir als Hotelgäste im Hotel aber auch bei allen Straßenhändlern identifizierbar wurden) erhalten hatten, gingen wir auf unser Zimmer 1219 . Das Zimmer hatte leider keinen Meerblick, aber man konnte von dem kaum 40 cm breiten „Balkon“ aus in den Garten sehen, dort schon mal kleine Eidechsen springen sehen...Und in der zweiten Etage eines dreietagigen Hotels zu sein, ist sicher auch in Ordnung: Der Treppenweg ist nicht so lang, aber niemand kann von Außen ins Zimmer kommen.Im Zimmer gab es zwei Doppelbetten (wozu eigentlich in einem Zweibettzimmer ?? Wir haben nur eins gebraucht.), einen Safe, eine immer gut gefüllte Minnibar (incl.), ein schönes Bad, eine sehr leise Klimaanlage (der Krach der Klimaanlagen in den 3 Hotels bisher war doch sehr störend.) ...Wir waren rund herum zufrieden.Wir schauten uns an diesem Abend nur kurz das Hotel an und gingen dann , nach gutem Abendessen, schnell schlafen.