25. März
Uxmal, Kabah, Lagune Celestun, Merida
Nach dem Frühstück waren wir dann noch einmal bei Sonnenschein in Uxmal. Hier gibt es neben der „Pyramide des Zauberers“ – einer runden/ovalen Pyramide, die angeblich ein Zwerg/Zauberer innerhalb einer Nacht geschaffen hat - , viele Bauwerke in der Puuk- Bauweise. (Erdgeschoß ungeschmückt, viele Figuren, Schlangen, Vögel... ab der 1. Etage.), Viele Gebäude haben Chak – Masken auf den Wänden.
Am Eingang gibt es eine große Zisterne zu bewundern. Uxmal hat – als eine der Wenigen Städte – keine Cenoten. Wir sahen einen „Maya- Weltbaum“ . Einen Baum, der die 3 Ebenen der Mayawelt : Wurzeln/Boden - Erde – Himmel versinnbildlicht. Dieser Baum hat viele Stacheln am Stamm, damit er nicht von den Schlingpflanzen erstickt werden kann.
Wir waren danach im „Nonnenviereck“, das sicher nie eine Nonne gesehen hat. Aber die spanischen Entdecker, alte Pastors, konnten sich bei geschlossenen Gebäuden, die viele kleine Räume haben, sicher nur Nonnenzimmer vorstellen. Die Gebäude sind interessant: sie haben z.B. jeweils Türen in Primzahl- Anzahl (was für eine doofe Wortschöpfung von mir..). Sie haben reichliche Verzierungen. Auch hier sind meist Mayagötter zu sehen.
Danach gingen wir über einen von vielen Leguanen bewohnten Ballspielplatz. (kann es sein, dass die Wissenschaft was falsch sieht ?? Waren die Bewohner der alten Städte keine Maya sondern Leguane, die jetzt noch da überall rummwimmeln, also die Stadt nie verlassen haben ?)
Hinter dem Platz befindet sich die „große Pyramide“, die man ersteigen durfte/konnte, wenn man das wollte. Ich wollte das nicht. Ich habe nur 35 der 120 Stufen erklommen, dann dachte ich, dass der Rückweg über die hohen, steilen Stufen doch kompliziert sein könnte.
(Warum sind die Stufen jeweils so hoch ? – Die Mayas heute sind kam 1,50 Meter hoch. Die vor 1200 Jahren waren sicher auch nicht größer. Wie sind sie denn die 35 bis 40 cm hohen Stufen hoch gekommen ?
Von der Großen Pyramide aus konnte man viele andere, noch unter Erde und Buschwerk verborgene andere Gebäude erahnen. Die Pyramide selbst war nur zur Hälfte von Schutt, Sand und Pflanzen befreit. Von der Seite aus konnte man also gut sehen, wie die Mayaruinen bei ihrem Fund sicher alle ausgesehen haben.Wir gingen danach noch zu anderen Gebäuden. Wir sahen auch einen Opfertisch in Jaguarform, Phallus- förmige Säulen, die „Fruchtbarkeit“ symbolisieren, wir sahen bunte kleine Vögel herumfliegen....
Uxmal war einen Besuch wert !
Wir fuhren dann wenige Kilometer weiter nach Kabah. Diese Stadt, die im Umfeld von Uxmal liegt (20 km entfernt), und sicher auch mit ihr verbündet war, ist bisher nur wenig ausgegraben. Mitten durch die ehemalige Stadt verläuft eine breite Landstraße. Einige große Pyramiden kann man unter dem Schutt nur erahnen. Sie sind noch völlig unausgegraben.
Überhaupt gibt es archäologisch sicher noch sehr viel zu entdecken in Mexiko. Max erzählte mal, dass man in den letzten 10 Jahren in nur einem Bundesstaat ca. 60 Mayaortschaften gefunden hat. Da man gerade dabei ist, die Schrift zu entziffern, ist aufgefallen, dass auch sehr bedeutende Mayastädte noch nicht wiedergefunden worden sind. Man weiß nur, dass es sie gegeben haben muß, wann sie gegen wen einen Krieg verloren haben und so. Wo die Ruinen im Urwald liegen, wissen sicher nur die Grabräuber. Auch auf Satellitenaufnahmen sind die Ruinenstädte angeblich nicht entdeckbar. In Kabah gab es einen schönen „Palast“ mit einem ca. 90 Meter langem Fries, der aus Chak-Masken bestand.: Diesem rüsselnasige Regengott, den ich schon häufiger erwähnte.Um diesen zu besehen, mußten wir eine sehr steile Treppe hinaufklettern, was sich aber gelohnt hat.Auf der Rückseite des Gebäudes gab es Darstellungen der Herrscher der Stadt: fast anatomisch richtige Figuren.An Wänden findet man Reliefs und Maya- Hieroglyphen.
Ach ja: ich sollte noch erwähnen, dass alle Gebäude der Maya früher sehr farbenfroh, fast kitschig bunt, angemalt waren. (Grundfarbe der Pyramiden war wohl rot.) Das betonte Max mehrfach.
Nach der recht kurzen Besichtigung (es war ja auch nur eine kleine Anlage), bei der wir u.a. auch den „Elefantenohrenbaum“ bewundern durften, fuhren wir zum Mittag in ein Mayadorf.
Hier, in einer in typischer Mayabauweise gebauten Gaststätte, die von Maya betrieben wird, gab es typisches Mayaessen aus einem „Erdofen“ : Loch in Erde; Holzfeuer, bis es glüht; dann Topf rauf, das ganze einbuddeln, bis es gar ist...) Zum leckeren, z.T. scharfen Essen gab es einen „Kukaratscha“ = Schabe = Tequila mit Kaffeeschnaps und ?? zu trinken.
Danach fuhren wir weiter zur Lagune Celestun Schon bei der Anfahrt sahen wir über unseren Bus Pelikane fliegen. In einem „Hafen“ lagen ca. 50 Boote, die mit je 2 großen Außenbordmotoren angetrieben wurden.
Jeweils zu 6 Personen stiegen wir in die Boote ein. Und los ging eine rasante Fahrt. Zum Glück hatten wir Windjacken trotz der Hitze mitgenommen. Auch, wenn es mir aufgrund des großen Fahrtwindes erst einmal nicht gelang, den Reißverschluß zu zu machen, insgesamt hat mir die Jacke sehr genutzt.
Schon nach 5 Minuten machten wir kurz eine Pause, um uns Wasservögel anzusehen, die auf einem umgestürzten Baum saßen, Dann jagten sich die Boote noch einige Zeit weiter, bis wir überall rosane Vögel in der Ferne sahen: Wir waren da: Über 4000 Flamingos standen hier auf dem nur 30 bis 50 cm tiefen Meerwasserdelta manche flogen ein Stück, viele waren auf der Futtersuche. Wir kamen bis 30 oder 40 m an die Flamingos heran.
(Text aus dem Internet: „Der populärste Vogel im Reservat ist der rosarote Flamingo (Phoenicopterus ruber ruber).Der Flamingo ist einer der elegantesten und spektakulärsten Vögel. Sein Überleben hängt von einem äusserst fragilen Ökosystem (hochsalzhaltige Lagunen) ab. In der nördlichen Hemisphäre ist die Nord- und Westküste der Yucataán-Halbinsel der einzige Ort, wo es Flamingo-Populationen auf dem Festland gibt.
Flamingos leben in Schwärmen von mehreren Tausend Vögeln, eng beieinander in knietiefem Wasser oder schlammigen Salzebenen. Sie ernähren sich von Mikroorganismen, die sie durch einen komplexen Mechanismus in ihren grossen Schnäbeln filtern. “)
Nach etwa einer halben Stunde der Beobachtung fuhren wir weiter, vorbei an Buchten, an denen viele Vögel standen, schwammen, flogen (davon viele Pelikane). An den Ufern standen überall Mangroven. Plötzlich bogen wir in einen versteckten Wasserweg zwischen den Mangrovenbäumen ab. Eine Flußfahrt „durch den Jungle“ !... über eine weite Strecke waren auf beiden Seiten neben dem Boot zum Teil riesige, bizarre Wurzeln, die bis ins Wasser gingen. In den Bäumen Vögel, Insektennester.... (Max zeigte uns „Zwergeisvögel“ – die waren so klein, dass ich sie nicht sehen konnte)
Danach ging es zu einem Anlegeplatz, wo wir eine Stelle besichtigten, wo Süßwasser aus dem Boden kommt und als Bach/Flüßchen in die Lagune läuft. Hier im Wasser gab es viele „Vieraugenfische“ – Fisch, die unter- und überwasser gleichzeitig sehen können, irgendwo stand ein sehr seltener „Tigerreiher“
Viele Einheimische badeten im Quellwasser. Wir sind auf einem Holzweg eine kleine Runde durch den Urwald gelaufen. Danach mußte dann unser Boot, dass sich im seichten Wasser festgefahren hatte, freigemacht werden und wir konnten zurück fahren.
Weiter ging die Fahrt nach Merida. Das ist eine alte Stadt, die inzwischen fast eine Million Einwohner hat und von den Spaniern z.T. aus Resten einer alten Mayastadt erbaut worden ist (d.h.: die Mayaüberbleibsel wurden total vernichtet. Aus den Steinen hat man dann Paläste und Kirchen gebaut.
Als wir am Hauptplatz vorbeikamen, wurde es so laut, als wenn 20 Leute mit Trillerpfeifen Krach machen würden. Dieses laute Pfeifen wird von Vögeln verursacht, die sich nach Einbruch der Dunkelheit in den vielen Bäumen am Markt versammeln. (Ich hab nachgesehen: die Vögel heißen Quiscalus mexicanus -Dohlengrackel- Sie sind etwas größer als Amseln, haben längere Schwänze, die Männchen sind leuchtend blauschwarz.. und sie machen einen Riesenkrach.)
Weiter zum Hotel. Das Los Aluxes ist wohl ein 5-Sterne-Haus. Aber es ist mitten in der Innenstadt, ziemlich verbaut und wir hatten einen Ausblick ins Hinterhaus. – Eigentlich also unser schlechtestes Hotel auf der ganzen Reise, auch, wenn es die meisten Sterne hatte. Auch hier wurden wir mit einem Drink begrüßt.
Danach gingen wir in die Stadt zu Abendessen. Sabine und ich suchten uns eine kleine einheimische Wirtschaft aus, wo wir ganz gut aßen und unseren ersten „Tequila Sunrise“ tranken. Tequila selbst, das „Landesgesöff“, das aus Agaven hergestellt wird, am besten mit einem rotem Wurm in der Flasche schmecken soll, mit Salz und Zitrone getrunken wird, probierte ich nur einmal. Mir hat es nicht geschmeckt und ich verstehe den Kult um Salz und Zitrusfrucht nicht so ganz..
Auch an diesem Tag – wie so oft – gingen wir relativ früh ins Bett.